Große Aufregung während des Testspiels des HSV gegen den 1. FC Heidenheim (3:1) in Kematen bei Innsbruck. Kurz vor der Halbzeit forderte der Stadionsprecher Walter Ostermann lautstark und immer wieder einen Rettungswagen an. Ein medizinischer Notfall machte die mehrmaligen Durchsagen nötig. Die Hamburger und Heidenheimer Fans stellten sofort die Unterstützungen ihrer Mannschaften aus Respekt ein.
HSV-Arzt als als Notfallretter
Doch bis zur Ankunft eines Krankenwagens, am Ende waren es sogar zwei, dauerte es bis zum Ende der Halbzeitpause. Als HSV-Mannschaftsarzt Dr. Wolfgang Schillings (54) die fast flehenden Aufrufe aus der Sprecherbox hörte, griff er sofort nach seinem Medizin-Koffer, den er stets an der Ersatzbank griffbereit stehen hat, und lief zum Unfallort. Dort lag ein älterer Herr, der möglicherweise bei der großen Hitze, die gerade in Tirol herrscht, Probleme mit seinem Kreislauf hatte. Der Zuschauer soll kurzzeitig nicht ansprechbar gewesen sein, nachdem er zu Boden gegangen war.
Da kein anderer Arzt zu jenem Zeitpunkt vor Ort war, kümmerte sich der Hamburger Mediziner sofort um den Patienten. Dieser war mittlerweile immerhin wieder fähig zu sprechen, soll aber noch nicht ganz klar gewesen sein. Dr. Schillings, ein Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin, reagierte sofort, legte einen Zugang für eine Infusion. Die Person konnte wohl nicht auf ihren eigenen Beinen stehen, soll aber die gesamte Zeit in einem stabilen Zustand gewesen sein. Der HSV-Doc ließ den Herrn keine Sekunde aus den Augen, half sogar beim Transport zum Rettungswagen, hielt dabei den Infusionsbeutel in die Höhe, damit die Flüssigkeit durch die Hilfe der Schwerkraft in dessen Vene fließen konnte.
Erst als der Patient mithilfe der Sanitäter im Rettungsmobil sicher verfrachten wurde, und die Fahrt aus dem Stadion in Richtung eines Krankenhauses begann, packte Dr. Schillings seinen Med-Koffer und marschierte rüber zu seinen HSV-Schützlingen, die gerade in die zweite Halbzeit der Test-Partie starteten.