Renningen (Baden-Württemberg) – Eine Mutter (37) geht abends mit ihrem 3 Monate alten Söhnchen einkaufen, dreht mit ihm noch eine Runde durch die Sommernacht. Vor ihrem Haus geschieht das Unfassbare: Während sie nur rasch die Einkäufe hineinbringt, raubt laut ihren Angaben ein Fremder das Baby aus dem Kinderwagen auf dem Bürgersteig.
Die Entführung des kleinen Gino (BILD hat den Namen zum Schutz des Kindes geändert) in der Kleinstadt in Baden-Württemberg erschüttert Deutschland. Gegen 23.30 Uhr am Donnerstag meldeten seine Eltern Gino als vermisst, bestätigte der Ludwigsburger Polizeisprecher Steffen Grabenstein auf BILD-Nachfrage: „Das Kind war für kurze Zeit unbeaufsichtigt. Es wurde von einer unbekannten Person aus dem Kinderwagen gehoben und mitgenommen.“
Der Schock: Am Freitagnachmittag wurde bei der Suche nach dem vermissten Säugling in Renningen die Leiche eines Babys gefunden. Der kleine Körper lag am oder im Rankbach, der durch den Ort fließt. „Dabei könnte es sich um den vermissten Jungen handeln“, teilte die Polizei mit. Die Maßnahmen zur Identifizierung dauerten an.
Mutter war mit Baby abends im Supermarkt
Die Mutter und das Baby wohnten in einem Mehrfamilienhaus an der Malmsheimer Straße in Renningen (ca. 18.000 Einwohner) bei Stuttgart. Nach der Tageshitze machte sich die 37-Jährige mit ihrem Gino am Donnerstagabend noch zum rund 800 Meter entfernten Rewe auf. Der schloss um 22 Uhr zu, für den Heimweg vom Supermarkt auf der grünen Wiese durch eine Unterführung unter den S-Bahngleisen brauchte die Frau mit dem Kinderwagen wohl knappe 15 Minuten.
Wurde sie dabei beobachtet und unbemerkt verfolgt? Eine der vielen Fragen, die die Polizei rund um die Entführung von Gino klären muss. Seine Oma zu BILD: „Meine Tochter kam vom Einkaufen, sie hatte Tüten dabei und wollte sie hoch in den 2. Stock tragen.“ Dafür ließ sie den Kinderwagen mit dem Kleinen auf dem Gehweg vor dem Haus stehen. Ein paar Augenblicke, die ausreichten, das Leben der Familie in einen Albtraum zu verwandeln. Als sie kurz darauf auf die Straße zurückkehrte, war der Kinderwagen leer.
Sofort nach der Vermisstenanzeige lief eine gewaltige Suchmaschinerie an: Die ganze Nacht und den Freitag hindurch durchkämmte die Polizei den Ort in einem immer größer werdenden Suchradius, Hubschrauber und Drohnen kreisten, etwa 40 Suchhunde – darunter auch einige Leichenspürhunde – waren im Einsatz, dazu Helfer von DRK, Feuerwehr, DLRG und THW. Nach dem Fund des toten Säuglings wurden die Einsatzkräfte abgezogen und die Suche offenbar eingestellt.