Berlin – Abschiebungen nach Afghanistan werden konsequent ausgebaut. Nach geheimen Verhandlungen „auf technischer Arbeitsebene“ zwischen Vertretern des Bundesinnenministeriums und der afghanischen Taliban-Regierung werden die Charterflüge nach Kabul massiv hochgefahren. Zukünftig sind nach Informationen von BILD am SONNTAG drei Charterflüge pro Monat möglich. Im laufenden Jahr 2026 wurden bisher drei Abschiebeflüge nach Kabul durchgeführt.
Mit der Erhöhung auf die fast wöchentliche Taktung will das Innenministerium eine dauerhafte „Abschiebeluftbrücke“ etablieren. Es geht um Schwerkriminelle und Gefährder, die in Deutschland im Gefängnis sitzen. Die Bundesländer müssen sie für die Abschiebeflüge anmelden – danach übernimmt die Bundespolizei die Rückführungsflüge. Bei den Kriminellen handelt es sich unter anderem um Vergewaltiger, Gefährder und Drogenhändler.
Zusätzlich sind Einzelrückführungen über Linienflüge jederzeit möglich. Nach BILD-Informationen sitzen derzeit noch mindestens hundert abschiebebereite Straftäter in regulärer Haft oder in Abschiebehaft.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) zu BILD am SONNTAG: „Abschiebungen von Straftätern nach Afghanistan werden regelmäßig und verlässlich durchgeführt. Wer unseren Schutz missbraucht und hier schwere Straftaten begeht, muss seine Perspektive in seinem Heimatland suchen. Unsere Gesellschaft hat ein legitimes Interesse daran, dass Straftäter unser Land verlassen. Das wird konsequent durchgesetzt.“