Washington (USA) – Donald Trump (80) macht Ernst bei seinem harten Kurs gegen illegale Migration. Das US-Heimatschutzministerium DHS plant eine eigene Flugzeugflotte, die künftig Abschiebungen, Rückführungen und Spezialmissionen übernehmen soll. Herzstück des Projekts sind sieben Boeing 737-700. Das geht aus einer offiziellen Ausschreibung der US-Regierung hervor.
Bislang setzte die US-Einwanderungsbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) überwiegend auf gecharterte Flugzeuge privater Unternehmen. Doch das soll sich ändern. Wie aus Unterlagen auf dem Regierungsportal SAM.gov hervorgeht, sucht Washington derzeit einen Betreiber für eine staatseigene Flotte. Der soll sowohl Piloten und Flugbegleiter als auch technisches sowie medizinisches Personal bereitstellen. Die Regierung erklärt darin ausdrücklich, dass die Flugzeuge für Abschiebungen, freiwillige Rückführungen, Hochrisiko-Einsätze, medizinische Evakuierungen, aber auch für den Transport hochrangiger Regierungsvertreter genutzt werden sollen.
Flugbereitschaft rund um die Uhr
Die neue Flotte soll dabei jederzeit einsatzbereit sein. In den Ausschreibungsunterlagen heißt es, dass Einsätze 24 Stunden am Tag und an 365 Tagen im Jahr erforderlich sein können. Geplant sind neben den sieben Boeing-Jets auch zwei Langstreckenflugzeuge vom Typ Gulfstream G650ER beziehungsweise C‑37B.
Bereits Ende 2025 hatte das Heimatschutzministerium den Kauf mehrerer Boeing-737-Maschinen bestätigt. Gegenüber CNBC betonte DHS-Sprecherin Tricia McLaughlin damals, die neue Flotte werde den amerikanischen Steuerzahlern nach Berechnungen der Behörde rund 279 Millionen Dollar im Jahr einsparen. Gleichzeitig erklärte sie, Präsident Trump sei entschlossen, kriminelle illegale Einwanderer schnell und effizient außer Landes zu bringen.
Billig-Airline unter Druck
Die Entscheidung dürfte auch eine Reaktion auf Schwierigkeiten mit bisherigen Vertragspartnern sein. Besonders die Billigfluggesellschaft Avelo Airlines geriet wegen ihrer Abschiebeflüge für ICE massiv unter Druck. Nach Protesten und politischer Kritik zog sich das Unternehmen Anfang 2026 aus dem Geschäft zurück. Nach Angaben des Luftfahrtportals „ch-aviation“ befinden sich inzwischen mehrere ehemalige Boeing 737-700 von Avelo bereits im Besitz des Heimatschutzministeriums.
Noch offen ist, von welchen Flughäfen die neue Flotte künftig operieren wird. Die Regierung prüft nach eigenen Angaben sowohl eine zentrale Basis als auch ein Netzwerk nach dem Vorbild großer Fluggesellschaften mit mehreren Standorten und Zubringerverbindungen. Auch Einsätze in abgelegenen Regionen innerhalb und außerhalb der USA werden ausdrücklich genannt. „Bei den Standorten kann es sich um abgelegene, primitive oder karge Umgebungen handeln“, heißt es in einer Mitteilung, über die Bloomberg zuerst berichtete .
Mehrere Luftfahrtmedien, darunter „aerotelegraph“ und „Paddle Your Own Kanoo“, berichten unter Berufung auf Regierungsunterlagen zudem über einen möglichen Starttermin. Demnach könnte die neue „ICE Air“ am 28. Juli 2027 den Betrieb aufnehmen. Offiziell bestätigt wurde dieses Datum vom Heimatschutzministerium bisher allerdings nicht.