Politik

Donald Trump und die G7 in Evian: Diese Freundschaft bleibt brüchig

Donald Trump und die G7 in Evian: Diese Freundschaft bleibt brüchig
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Évian-les-Bains – Friedrich Merz wand sich, als zum Abschluss von G7 vor einem Ententeich am „Hotel Royal“ die unvermeidliche Frage aufkam, wie er sein – zuletzt arg angeknackstes – Verhältnis zu Donald Trump denn nun, nach ihrem Wiedersehen in Évian, beschreiben würde. Geradezu technisch fiel seine Antwort aus: Man habe „sehr offen“ und „sehr konstruktiv“ über die Themen gesprochen. Es gebe „keinerlei Einschränkungen des persönlichen Miteinanders“. Hölzerner geht’s kaum.

Das hört sich so an, als sei noch nicht wieder alles gut zwischen Merz und Trump. Kein Wunder nach allem, was Trump Merz vor ein paar Wochen so um den Kopf gehauen hatte. Er müsse sein „kaputtes Land“ in Ordnung bringen, habe „einen schrecklichen Job gemacht“. Merz hatte Trump zuvor mit seinen undiplomatischen Äußerungen zum Iran-Krieg auf die Palme gebracht (USA durch Iran „gedemütigt“, BILD berichtete). Ein Knacks dürfte also immer noch da sein.

Trump brauchte ein Signal der G7

Dennoch haben beide politisch zusammengefunden. Das lag an den Themen Iran und Ukraine, die größer waren als ihr Zwist. Zwar blieb während des Gipfels lange offen, ob Trump wirklich so großes Interesse daran hat, dass ihm die Europäer im großen Stil unter die Arme greifen – etwa bei der Minenräumung in der Straße von Hormus. Erkennbar großes Interesse hat der zu Hause geschwächte US-Präsident aber an einem klaren Signal: Die westliche Welt steht hinter ihm.

So kritikwürdig der Deal mit den Mullahs im Detail ist, so wichtig waren Trump die öffentlichen Lobpreisungen der G7-Kollegen dafür, dass der Krieg dort zu Ende geht. Also machte er eine gute Miene (noch nicht zum bösen Spiel). Im Gegenzug erklärte er sich sogar bereit, die Gipfelerklärung zu unterzeichnen, von der es vorher hieß, dass es sie wohl nicht geben würde. Darin schwarz auf weiß verankert: neue Sanktionen gegen den russischen Öl- und Gassektor.

Trump zieht plötzlich bei Russland mit

Auch unter den Beschluss, der Ukraine weitreichende Waffen- sowie Flugabwehrsysteme zu liefern, setzte Trump sein Autogramm. Gastgeber Emmanuel Macron (48) schwärmte danach, der Gipfel sei der „Moment des strategischen Erwachens“ gewesen. Die G7-Staaten seien sich einig, den Druck auf Moskau zu erhöhen, um Russland an den Verhandlungstisch zu bringen. Wenn es bei dieser Vereinbarung bleibt, dann ist das das wichtigste Gipfel-Ergebnis.

Danach blieb in Regierungskreisen nur die Sorge, ob der unberechenbare US-Präsident womöglich alles Erreichte wieder kassieren würde. DENN: Unvergessen ist der Eklat nach dem G7-Treffen 2018 im kanadischen La Malbaie. Auf dem Flug nach Hause zog Trump seine Zustimmung zur Abschlusserklärung einfach wieder zurück. Er hatte sich über Äußerungen des Gastgebers geärgert. Bleibt zu hoffen, dass der Gipfelfrieden dieses Mal länger hält.

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