Barcelona – Echt jetzt, schon wieder?! Zara hat offenbar nichts dazugelernt: Wieder sorgt ein Kinderprodukt des Modegiganten für Holocaust-Vergleiche. Diesmal erinnert ein Halloween-Kostüm Kritiker an die Häftlingskleidung vom KZ Auschwitz. Nach einer Welle der Empörung verschwand das Outfit aus dem Verkauf im Online-Shop.
Das Outfit, das Zara für 39,99 Pfund (rund 46 Euro) als „Kid’s Halloween Groom Costume“ anbot, ist wirklich gruselig. Allerdings anders als geplant: Denn die Jacke und die kurze Hose mit blau-grauen Längsstreifen, einem stacheldrahtähnlichen Muster und bewusst abgenutztem Look mit einem hellen Stoffstreifen am Ärmel weckten bei vielen Kunden alles andere als harmlose Assoziationen.
Auf Social Media wurde das Kostüm mit der Häftlingskleidung von Auschwitz verglichen.
„Nur Häftlingsnummer fehlt noch“
Im Netz hagelte es Kritik. „Wie konntet ihr das durchwinken, Zara?“, fragte ein Nutzer. Ein anderer schrieb, zur Komplettierung der Uniform fehle „nur noch die Häftlingsnummer“. Einige Nutzer hielten dagegen und meinten, das Outfit erinnere eher an den gestreiften Anzug der Filmfigur Beetlejuice – wozu man sagen muss, dass Beetlejuice weder ein Stacheldrahtmuster noch Ärmelaufnäher auf seinem Anzug hat.
Auch Naomi Mestrum, Direktorin des niederländischen Zentrums für Information und Dokumentation Israel (CIDI), zeigte beim britischen Nachrichtendienst Need To Know Verständnis für die Empörung. Britische Medien zitieren Mestrums Aussage, die Assoziation sei „schmerzhaft“. Eine bewusste Provokation unterstellte sie Zara allerdings nicht.
Nicht der erste Nazi-Eklat bei der Modekette
Brisant: Es ist nicht das erste Mal, dass der spanische Modekonzern mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert wird. Bereits 2014 zog Zara ein gestreiftes Kinder-Shirt mit Stern-Aufnäher aus dem Sortiment, nachdem Kunden Parallelen zur Kleidung von KZ-Häftlingen gezogen hatten.
2007 verschwand zudem eine Tasche aus dem Verkauf, auf der Kritiker Hakenkreuze entdeckten.
Nach den neuen Protesten verschwand das Kinder-Kostüm inzwischen aus dem Online-Shop. Eine Zara-Home-Sprecherin lässt auf BILD-Anfrage ausrichten: „Zara Home bedauert, falls dieses Halloween-Kostüm für Kinder zu Missverständnissen geführt hat. Es ist nicht mehr in unseren Filialen oder online erhältlich.“ Aber: Man fragt sich schon, wie ein solcher Entwurf durch sämtliche Kontrollen eines Weltkonzerns (rund 1800 Filialen in etwa 100 Ländern) kommen konnte.