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Fahrradparkhaus-Kette pleite: Räder sollen abgeholt werden

Fahrradparkhaus-Kette pleite: Räder sollen abgeholt werden
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Frankenthal/Bonn – Die Nachricht kam überraschend per E-Mail: Die Schweizer Firma, die auch in Deutschland Parkhäuser für Fahrräder betreibt, ist pleite. Jetzt ist die Zukunft der Luxus-Abstellplätze für Zweiräder völlig offen.

Die betroffenen Städte suchen händeringend nach Lösungen.

Erst Ende Mai wurde der schmucke Fahrrad-Parkturm am Hauptbahnhof in Frankenthal (Rheinland-Pfalz) eröffnet. Fast 100 Räder finden darin Platz, gebührenpflichtig zu buchen über eine App des Betreibers „V-Locker“. Doch der ist jetzt in finanzielle Schwierigkeiten geraten, hat bereits einen Antrag auf Insolvenz gestellt.

1,25 Millionen Euro vom Land

Die Stadt Frankenthal, die Eigentümer des Neubaus ist, versichert: Der Parkturm könne trotzdem weiterhin genutzt werden. Gekostet hat er knapp 1,3 Millionen Euro. Das Land hat mit 1,25 Millionen den Großteil getragen – Geld aus dem Kommunalen Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation.

Gegenüber BILD gibt sich der Frankenthaler CDU-Fraktionsvorsitzende Martin Schuff allerdings optimistisch: „Ich bin ganz sicher, dass sich eine Nachfolgegesellschaft findet, die den Fahrrad-Turm weiterbetreibt. Alles andere wäre völlig unsinnig. Ich bin da guter Dinge. Das braucht jetzt ein paar Tage. Er wird aber nicht zu einer Ruine werden.“

So äußert sich der insolvente Betreiber

Der Betreiber „V-Locker“ teilte auf seiner App mit, die Anlagen derzeit nicht mehr betreiben und technisch betreuen zu können. Standorte in neun Städten in der Schweiz und in Deutschland sind in der App buchbar. Anfragen und Störungen würden aktuell aber nicht bearbeitet. Dabei war das Unternehmen 2019 mit der Idee angetreten, „nachhaltige Mobilität“ mit digital vernetzten Fahrradparkanlagen zu schaffen, „die das Radfahren im Alltag einfacher machen“.

Der erste Parkturm in Deutschland von „V-Locker“ wurde im November 2020 in Halle (Saale) eröffnet. Es folgten im Juli 2023 Anlagen in Mühlacker (Baden-Württemberg) und 2023/24 insgesamt 280 Parkboxen an vier Standorten in Bonn (Nordrhein-Westfalen) – laut „V-Locker“ das bisher größte automatische Fahrradparkprojekt in Deutschland. Von den drei Millionen Euro Baukosten kam rund die Hälfte aus Fördermitteln der EU.

Die Stadtwerke in Bonn, die dort Eigentümer der Immobilien sind, fordern ihre Kunden nun auf, ihre Fahrräder aus den Parkboxen zu holen. Wie es weitergeht, ist auch dort ungewiss.

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