Berlin – Sie hat sich Zeit gelassen, bevor sie sich für einen Künstler entschied. Fast fünf Jahre nach ihrer Kanzlerschaft ist nun das Porträt von Altkanzlerin Angela Merkel (71, CDU) für die Ahnengalerie im Kanzleramt fertig. Es entstand über Monate in einem Atelier in Berlin, berichtet die „Zeit“. Ab kommendem Dienstag soll das Gemälde zunächst im Bode-Museum in der Bundeshauptstadt öffentlich ausgestellt werden.
2021 schied Merkel aus dem Amt. 2022 fragte der bislang eher unbekannte Künstler Jérémy Queyras (28) bei ihr an, ob er sie malen dürfe. Merkel habe gezögert und erst nach einem Treffen im Juni 2025 zugesagt. Für den Auftrag sei Queyras extra nach Berlin gezogen. Dort entstand das Bild, das Merkel klassisch in einem roten Blazer mit auffälliger Halskette zeigen soll.
Nach der Ausstellung im Bode-Museum soll es frühestens im Oktober ins Kanzleramt einziehen. Gefragt, wie es sich anfühle, demnächst Teil der Ahnengalerie zu sein, sagte Merkel der „Zeit“: „Es ist komisch, wenn man langsam Geschichte wird.“ Doch versuche sie, es mit Gleichmut zu nehmen: „Da häng ich dann eben.“
Bald fehlt nur noch Olaf Scholz
Bislang hängen im Kanzleramt die Porträts von sieben Altkanzlern: von Konrad Adenauer († 91, porträtiert von Hans Jürgen Kallmann) bis Gerhard Schröder (82, gemalt von Jörg Immendorff). Kurios: Von Willy Brandt († 78) gibt es sogar zwei Gemälde. Allerdings wurde das Bild von Georg Meistermann 1985 aus dem Kanzleramt entfernt, weil es „stilistisch nicht in die Galerie“ passte. Seitdem hängt dort das Brandt-Porträt von Oswald Petersen.
Merkels Nachfolger Olaf Scholz (68, SPD) lässt sich mit seinem Porträt ebenfalls noch Zeit. Zuletzt hieß es, ein Auftrag an einen Künstler sei noch nicht vergeben.