Leverkusen (Nordrhein-Westfalen) – Zwei Monate nach der eskalierten Feier des berüchtigten Goman-Clans in Leverkusen geht die Polizei mit Razzien gegen die mutmaßlichen Rädelsführer vor. Seit dem frühen Morgen werden mehrere Gebäude durchsucht. Bei der Auseinandersetzung am Ostersonntag waren drei Polizisten zum Teil schwer verletzt worden.
Am 5. April, dem Ostersonntag, eskalierte der Abend in den Räumen einer ehemaligen Shishabar in Leverkusen (Nordrhein-Westfalen) völlig. Rund 50 Menschen hatten dort gefeiert. Zunächst rückte die Polizei wegen einer Ruhestörung aus und ermahnte die Mitglieder der Großfamilie. Der Einsatz verlief ruhig. Doch als die Einsatzkräfte gegen 23 Uhr erneut anrücken mussten, lief die Situation aus dem Ruder.
Die Beamten wurden aus der Menge heraus angegriffen. Flaschen, Stühle und Gläser flogen durch die Luft. Eine 29 Jahre alte Polizistin verlor durch einen Flaschenwurf mehrere Zähne, ein Kollege erlitt einen Armbruch. Eine weitere Polizistin wurde leicht verletzt. Nach BILD-Informationen gingen die Clan-Mitglieder dann auch aufeinander los.
Verstärkung angefordert
Ein Großaufgebot mit rund 150 Polizeikräften, unter anderem aus Köln, war nötig, um die Lage schließlich unter Kontrolle zu bringen. Zwischenzeitlich wurden drei blutverschmierte Männer in Handschellen gelegt.
Ein 25‑Jähriger wurde an dem Abend festgenommen und später einem Haftrichter vorgeführt. Ihm wurde vorgeworfen, einen Polizisten mit einem Stuhl angegriffen zu haben. Auch zwei Frauen (17, 35) und ein Mann (26) wurden von der Polizei zur Wache gebracht.
Die Shishabar wurde durch die Ausschreitungen verwüstet. Der Einsatz endete früheren Angaben eines Polizeisprechers zufolge erst um 6.25 Uhr am Morgen. Eine eigens eingerichtete Ermittlungsgruppe nahm zunächst 22 Beschuldigte ins Visier. Nach dpa-Informationen konnten inzwischen unter anderem durch Zeugenaussagen und Bodycam-Aufnahmen drei Personen als mutmaßliche Rädelsführer identifiziert werden.