Politik

Groß-Demo in Passau: Rauchbombe und Straßensperre nahe AfD-Parteitag

Groß-Demo in Passau: Rauchbombe und Straßensperre nahe AfD-Parteitag
TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

Passau – Die niederbayerische Stadt Passau steht unter Spannung! Begleitet von mehreren Gegendemonstrationen hat die bayerische AfD am Samstag ihren zweitägigen Landesparteitag gestartet. Schon Stunden vor Beginn versammelten sich nach Polizeiangaben rund 1000 Gegner in der Innenstadt. Insgesamt sind für die verschiedenen Kundgebungen und Demos rund 5000 Teilnehmer angemeldet.

Besonders rund um die Dreiländerhalle, in der die AfD tagt, ist die Lage heiß. Dort soll auch die größte Demonstration stattfinden. Die Polizei ist mit mehreren hundert Einsatzkräften im Einsatz. Für zusätzliche Sicherheit wurde rund um die Halle sogar eine Flugverbotszone eingerichtet – sie gilt auch für Drohnen.

Am Morgen kam es bereits zu ersten Zwischenfällen. Nach Angaben der Polizei wurde eine Rauchbombe gezündet, außerdem versuchten Demonstranten, eine Straße zu blockieren. Bei einer weiteren Kundgebung wollten einzelne Teilnehmer eine andere als die genehmigte Route einschlagen.

Nicht nur vor der Halle brodelt es

Im Mittelpunkt des Bayern-Parteitags steht die komplette Neuwahl des Landesvorstands. Besonders brisant: Beim Rennen um den Vorsitz kommt es zur Kampfabstimmung. Bundestagsabgeordneter Reinhard Mixl (65) fordert den amtierenden Landeschef Stephan Protschka (48) heraus. Beide Lager haben prominente Unterstützer aus Bundes- und Landespolitik um sich versammelt.

Nach außen geben sich die Kontrahenten betont harmonisch und werben für Geschlossenheit. Hinter den Kulissen soll jedoch seit Wochen ein harter Machtkampf toben. Sichtbar wurde der Streit unter anderem durch einen Brief aus dem Lager Protschka an den Bundesvorstand. Darin ist von einem „gezielte[n] Versuch externer Netzwerke, die freie Willensbildung unseres stärksten Landesverbandes zu kapern“ die Rede. Zudem sieht sich Protschka nach Angaben seines Umfelds massivem Druck ausgesetzt. Der Landesvorsitzende beklagt Drohungen und Einflussversuche.

Vielleicht verpasst