Tel Aviv (Israel) – Israels Präsident Benjamin Netanjahu nennt ihn einen „wahren Helden“. Und tatsächlich hat der Inder Smit Machchhar (39) seine hauptsächlich israelischen Passagiere vor dem sicheren Tod gerettet. Der indische Chef-Pilot vom Flydubai-Flug FZ 1073 wurde von seinem omanischen Copiloten mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt. Trotzdem gelang es ihm noch, die Cockpittür zu öffnen.
Machchhar war auf dem Flug von Dubai nach Tel Aviv der Kapitän der Boeing 737 Max der Fluglinie aus den Emiraten, an Bord 182 Menschen, darunter 27 Kinder. Zwei Stunden des Fluges waren bereits vergangen, als plötzlich sein Copilot ein Messer zückte und auf ihn einstach!
Helden-Pilot raffte sich trotz Verletzungen auf
„Ich lag am Boden, aber ich sagte mir selbst, dass ich mich noch einmal aufraffen muss, um die Cockpittür zu öffnen“, schildert Machchhar in einem Videoanruf von Indiens Premier Narendra Modi (76) die dramatische Situation. Die Maschine befand sich da bereits im Sturzflug. Trotz seiner schweren Verletzungen und der Attacke des Kollegen aus dem Oman gelingt es ihm mit letzter Kraft, die besonders gesicherte Cockpittür zu öffnen.
Dies war entscheidend für die Rückeroberung der Kontrolle und die Rettung aller an Bord. Denn der Copilot wollte das Flugzeug mit allen Passagieren an Bord zum Absturz bringen. Israel behandelt den Vorfall als Terroranschlag. „Andere kamen hinzu und spielten ebenfalls eine Rolle. Ich kämpfte natürlich um mein eigenes Leben, aber gleichzeitig wusste ich, dass ich nicht zulassen würde, dass andere sterben“, so der heldenhafte indische Pilot.
Familienvater und erfahrener Pilot
Passagiere überwältigten daraufhin den Copiloten und fingen die Maschine ab. Ein Mitglied einer zweiten Crew an Bord landete das Flugzeug anschließend sicher auf dem Flugplatz Tabuk in Saudi-Arabien. Ein Zahnarzt an Bord versorgte den indischen Piloten.
Nach der Landung wurde Machchhar zunächst in einem Krankenhaus in Saudi-Arabien versorgt. Später wurde er nach Dubai ausgeflogen, wo er sich nun in einer Klinik von seinen Verletzungen erholt. Der Vater von zwei Töchtern ist ein erfahrener Pilot mit fast 10.000 Flugstunden. 2008 begann er seine Ausbildung in Neuseeland. Dort erinnert man sich noch heute an ihn als harten Arbeiter mit kühlem Kopf, so die BBC. 2011 hatte er seine erste Anstellung als Pilot bei einer indischen Airline. Er wechselte 2022 zu der emiratischen Fluglinie.
„Ich betrachte diese Verletzung nicht als Wunde, denn das würde meine Genesung nur noch schwieriger machen“, sagte Machchhar. „Ich sehe es als einen langsamen, aber zeitaufwändigen Prozess, der Zeit braucht. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass ich genesen und wieder fit und gesund werden werde.“