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Lufthansa-Unglück in Frankfurt: War es ein fataler Sicherungsfehler?

Lufthansa-Unglück in Frankfurt: War es ein fataler Sicherungsfehler?
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Frankfurt/Main – Das Fahrwerk sackt zusammen, die Boeing 787-9 (Listenpreise fast 300 Millionen Euro) kracht auf die Nase und wird schwer beschädigt. Ein dramatischer Einzelfall? Offenbar nicht. Bereits vor fünf Jahren kam es zu einem vergleichbaren Ereignis mit zwei Verletzten in London – und unter Experten ist offenbar schon länger bekannt, dass durch eine kleine Unachtsamkeit bei der Fahrwerkssicherung riesige Schäden entstehen können.

Rückblick auf den 18. Juni 2021: Während der Vorbereitung eines Flugs von London-Heathrow zum Flughafen Frankfurt/Main wollte das Bodenwartungsteam drei Fehlermeldungen im Zusammenhang mit den Bugfahrwerksklappen bearbeiten. Die Prozedur sah vor, dass der Fahrwerkshebel kurz gesetzt und die Fahrwerkshydraulik aktiviert wird. Damit das Fahrwerk nicht einfährt, musste es durch Sicherungsstifte verriegelt werden. Dennoch krachte die 787 auf den Bug.

Sicherungsstifte in falscher Bohrung

Die spätere Untersuchung zeigte, dass die Stifte in eine falsche Bohrung gesteckt worden waren. Diese befand sich unmittelbar daneben. Dass die Löcher leicht verwechselt werden können, war allerdings bekannt. Laut Recherchen von Mitgliedern eines Flugzeugforums gab es seit 2019 eine Anweisung der Luftfahrtbehörde, nach der auch das zweite Loch mit einem speziellen Pin verschlossen werden muss. Bei dieser Maschine war das noch nicht erfolgt.

Totalschaden an Boeing entstanden?

Ob auch bei dem Lufthansa-Flieger in Frankfurt ein solcher Fehler passierte, ist noch vollkommen unklar. Die genauen Umstände werden nach Angaben des Lufthansa-Sprechers gemeinsam mit den zuständigen Stellen geprüft. Doch laut einem Lufthansa-Insider waren auch beim Dreamliner in Frankfurt die Fahrwerksklappen geöffnet, um einen Fahrwerkstest zu machen. Bedeutet: Dabei müssen genau diese besagten Stifte gesteckt werden. „Da sind wohl mehrere Fehler passiert“, sagt er zu BILD. Der Insider spricht von lediglich 1000 bislang absolvierten Flugstunden und schließt nicht aus, dass der Flieger einen Totalschaden erlitt. Dann nämlich, wenn der Rumpf aus Carbon überall Risse bekommen hat.

Pilot vermutet Hydraulikdefekt an der Boeing

Für einen Berufspiloten kommt auch ein Defekt an der Hydraulik infrage: „Dass Druck gefehlt hat, um das Bugfahrwerk in Position zu halten. Dann reicht schon eine leichte Bewegung des Flugzeugs“, so der Pilot zu BILD. Die Sicherheitsstifte würden eher bei längeren Standzeiten ins Fahrwerk gesetzt werden. „Ich gehe daher eher von einem technischen Defekt aus.“

165 Passagiere wollten nach Los Angeles

Die fast neue Boeing 787-9 Dreamliner der Lufthansa war gegen 12.45 Uhr, nur gut eine Stunde vor dem geplanten Abflug nach Los Angeles, zusammengesackt. Laut einer Lufthansa-Sprecherin wollten 165 Personen den 11,5-Stunden-Flug antreten. „Alle Passagiere wurden umgebucht“, sagt sie zu BILD.

Zum Glück waren sie zum Zeitpunkt des Unglücks noch nicht an Bord. Doch die Crewmitglieder befanden sich schon im Flieger, mehrere von ihnen erlitten Verletzungen, mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Am Abend konnten die beiden Lufthansa-Mitarbeiter nach Hause entlassen werden. Zur genauen Ursache des Vorfalls wird noch ermittelt.

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