Lieber Bastian Schweinsteiger, Sie sind wegen Rassismus kritisiert worden. Sie haben als Fußballexperte im Fernsehen nämlich etwas über den Fußballstil der Elfenbeinküste gesagt. Der sei, sagten Sie, „ein bisschen afrikanischer Fußball natürlich.“
Ich habe echt nicht verstanden, wieso der Fußballstil einer Mannschaft aus Afrika nicht auch mal „ein bisschen afrikanisch“ sein darf, also, wieso das rassistisch sein soll. Gibt es womöglich gar keinen afrikanischen Fußballstil? Der Satz „Die haben kein bisschen Stil natürlich“ wäre aber auch nicht nett.
Ich glaube, man ist politisch auf der sicheren Seite, wenn man sagt: „Die Elfenbeinküste spielt ein bisschen Fußball.“ Das Wort „natürlich“ würde ich weglassen.
Dann haben Sie den Stil so beschrieben: „ein bisschen unorthodox, ein bisschen wild, vielleicht auch manchmal nicht ganz so von der Taktik geprägt, manchmal unberechenbar“.
Eigentlich klingt das nach supergutem Fußball. Wenn man dagegen das Gegenteil sagt, „sehr orthodox, sehr zahm, ganz von der Taktik geprägt, total berechenbar“, weiß jeder sofort, dass Italien gemeint ist.
Nur „ein bisschen wild“ fand ich fies. Wenn schon, dann „sehr wild“. Sehr wild macht jeden Gegner fertig. Sie spielen wie Eisbären auf Koks. Ich sage bewusst nicht „wie bekiffte Löwen“, weil das auch schon wieder ein Klischee wäre.
Ich finde Sie gut. Herzlich
Harald Martenstein
BILD-Kolumnist
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