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Messer-Angriff im Cockpit: Zahnarzt kämpft 50 Minuten um das Leben des Piloten

Messer-Angriff im Cockpit: Zahnarzt kämpft 50 Minuten um das Leben des Piloten
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Tel Aviv (Israel) – „Zunächst dachte ich, es seien Turbulenzen. Dann hörte ich eine Frau schreien: ,Er hat ein Messer! Er hat ein Messer!'“ Diesen Moment wird Dr. Shota Musayev (47) niemals vergessen. Der Arzt saß am 30. September im Flydubai-Flug FZ1073 von Dubai nach Tel Aviv.

Gemeinsam mit seiner Frau war er auf dem Rückweg von China nach Israel. Musayev saß auf seinem Platz in Reihe 13, als die Maschine plötzlich absackte und dramatisch an Höhe verlor. „Ich spürte einen starken Sinkflug“, erzählt er BILD. „Zunächst dachte ich, es handele sich um Turbulenzen. Dann merkte ich, dass etwas nicht stimmte.“ Sekunden später herrscht Chaos in der Kabine. „Die Menschen schrien, Kinder weinten. Da wurde mir klar, dass etwas Schreckliches passiert war.“

„Ich konnte nicht einfach sitzen bleiben“

Viele Passagiere erstarren vor Angst, Musayev springt auf und rennt Richtung Cockpit. „Irgendetwas sagte mir, dass das keine normale Situation war. Ich konnte nicht einfach sitzen bleiben.“ Vor dem Cockpit sieht er einen stark blutenden Mann. Es ist Smith Machchhari, der indische Pilot der Maschine. Nach bisherigen Erkenntnissen soll ihn sein eigener Co-Pilot mit einem Messer attackiert haben. „Sein Gesicht und seine Hände waren voller Blut“, erinnert sich Musayev.

Ein anderer Passagier hatte den Angreifer zuvor aus dem Cockpit gezerrt. „Für mich ist dieser Mann der wahre Held. Er hat in Sekundenbruchteilen die richtige Entscheidung getroffen und den Täter überwältigt“, so Musayev. Gemeinsam mit weiteren Passagieren wird der Angreifer gefesselt. Seine Hände werden mit einem Kabel zusammengebunden.

Blutüberströmter Pilot kämpft ums Überleben

Während andere den Angreifer sichern, konzentriert sich Musayev auf den schwer verletzten Piloten: „Ich sah sofort, dass er verblutete.“ Der Verletzte liegt am Boden vor den Erste-Hilfe-Schränken der Maschine. „Wir gaben ihm Sauerstoff. Passagiere reichten uns Stoffstücke und Kleidung. Mit allem, was wir finden konnten, versuchten wir, die Blutung zu stoppen.“

Der Arzt entdeckt die schweren Verletzungen: „Das Blut kam nicht nur aus dem Arm, sondern auch aus dem Kopf. Wir mussten sofort handeln“, sagt er. Fast eine Stunde lang kämpft Musayev um das Leben des Piloten: „45 bis 50 Minuten habe ich ununterbrochen mit ihm gesprochen, damit er nicht das Bewusstsein verliert.“

Die Worte des verletzten Flugkapitäns gehen ihm bis heute nicht aus dem Kopf. Erst später wird Musayev klar, was der Pilot sagte: „Er hat die ganze Zeit gebetet. Er betete dafür, dass das Flugzeug sicher landet und die Menschen überleben.“ Für Musayev steht fest: „Auch er ist ein Held. Selbst in dieser Situation dachte er nicht an sich, sondern an die Passagiere.“

Das Wunder saß im Passagierraum

Während Musayev um das Leben des Piloten kämpft, geschieht an Bord das nächste Wunder. Zwei weitere Piloten befinden sich an Bord und landen die Maschine in Saudi-Arabien. „Wir hatten unglaubliches Glück“, sagt Musayev.

„Wir haben überlebt!“

Als die Maschine schließlich aufsetzt, glaubt zunächst niemand an Rettung. „Das Flugzeug ist nicht einfach gelandet“, sagt Musayev. „Es schlug regelrecht auf.“ Noch Minuten später stehen die Passagiere unter Schock. Erst als sie die Maschine verlassen und festen Boden unter den Füßen spüren, begreifen sie, dass es vorbei ist. „Ich dachte nur: Wir haben überlebt.“

Dann blickt Musayev zurück auf die Maschine. „Als wir die Beschädigungen sahen, wurde mir klar, wie knapp wir einer Katastrophe entkommen waren.“ Heute ist der Arzt überzeugt: „An diesem Tag war unser Tod offenbar nicht vorgesehen.“

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