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Milliardenauftrag für Neptun-Werft: Energiewende schafft 500 neue Jobs

Milliardenauftrag für Neptun-Werft: Energiewende schafft 500 neue Jobs
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Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) – Aus Schiffsbau wird Energiewende: Die Neptun-Werft in Rostock-Warnemünde hat einen Milliardenauftrag an Land gezogen – und sich damit neue Perspektiven für Jahre gesichert. Der Stromnetzbetreiber 50Hertz vergibt gemeinsam mit Partnern einen Auftrag über 2,5 Milliarden Euro für eine große Offshore-Konverterplattform und die dazugehörige Anlage an Land. Darüber berichtete zuerst die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Für die angeschlagene Werft ist das ein Befreiungsschlag. Der Auftrag soll die Auslastung bis in die 2030er-Jahre sichern und rund 500 neue Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern schaffen.

„Auftragsvolumen von mehreren Kreuzfahrtschiffen“

Für die Traditionswerft, deren Geschichte bis ins Jahr 1850 zurückreicht, beginnt damit ein neues Kapitel. Statt Kreuzfahrtschiffen baut Neptun künftig für die Energiewende. Gemeinsam mit ihren Partnern soll die Werft die „North Sea Connector 2“ errichten. Die Anlage ist westlich von Sylt geplant und soll Windstrom von der Nordsee ins deutsche Stromnetz einspeisen. Baustart in Rostock: 2028. Die Inbetriebnahme soll 2034 folgen. 50Hertz-Chef Stefan Kapferer (60) sagt: „Das Auftragsvolumen entspricht dem von mehreren Kreuzfahrtschiffen.“ Und weiter: „Das ist eine gewaltige Größenordnung.“

Der Auftrag ist auch für die Meyer-Werft-Gruppe aus Niedersachsen wichtig. Die Muttergesellschaft war nach der Corona- und Ukraine-Krise in schwere Turbulenzen geraten und wurde durch Bund und Land Niedersachsen gestützt. Neptun gehört seit 1997 zur Unternehmensgruppe. Meyer-Geschäftsführer Ralf Schmitz (59) nennt den Zuschlag einen „bedeutenden Meilenstein für die Neptun-Werft und damit für die gesamte Meyer-Werft-Gruppe“. Bereits 2023 gründete Meyer mit dem belgischen Partner Smulders ein Joint Venture für den Bau solcher Plattformen.

Politisch kommt die Nachricht zu einem günstigen Zeitpunkt. Bei der Vorstellung des Projekts werden laut Bericht sowohl Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (52, CDU) als auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (52, SPD) erwartet. Am 20. September wird in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Landtag gewählt. 50Hertz betont allerdings, dass es bei der Vergabe „keinerlei Einflussnahme der Politik oder Subventionen gegeben“ habe. Für Schwesig ist die Nachricht dennoch ein willkommenes Signal im Wahljahr: Die älteste Werft Mecklenburg-Vorpommerns bekommt durch die Energiewende neue Arbeit und Hunderte zusätzliche Jobs. Und es winkt schon der nächste Milliarden-Deal: Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ könnte ein ursprünglich für Spanien geplanter Konverterauftrag ebenfalls nach Rostock gehen.

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