Woche 9 in der NFL – und schon wieder regiert der Wahnsinn bei den Dallas Cowboys. Mit ganz viel Glück wird die Saison gerettet. Außerdem triumphieren die Chiefs dank ihres Super-Runners, die Eagles müssen sich mit einem Ausverkauf beschäftigen – und die Lions sind bereit für München.
Alle Spiele des NFL-Sonntags in der Übersicht.
Indianapolis Colts – Dallas Cowboys 23:27
Mehr Glück als Verstand! Die Dallas Cowboys halten ihre Saison mit einem völlig verrückten Finish am Leben. Mit 4:5 lebt die Playoff-Hoffnung zumindest noch. Aber dieser Erfolg ist eher Überleben als Befreiungsschlag. Dabei spielt Dallas gegen einen Gegner, der seine Saison bei inzwischen 2:7 längst auf Zukunft ausrichtet.
Die Colts haben vor der Trade Deadline bereits ordentlich Tafelsilber verkauft: All-Pro-Guard Quenton Nelson geht nach Seattle, DeForest Buckner nach San Francisco. Dafür sammelt Indianapolis weitere Draftpicks ein. Und das könnte noch nicht alles gewesen sein: Auch um Stars wie Jonathan Taylor und Josh Downs gibt es Trade-Gerüchte.
Und trotzdem muss Dallas bis zur letzten Minute zittern! 1:37 Minuten vor Schluss trifft Spencer Shrader aus 50 Yards zum 23:20 für Indianapolis. Doch nur 29 Sekunden später führen plötzlich wieder die Cowboys. Dak Prescott findet CeeDee Lamb tief für 49 Yards, anschließend läuft Javonte Williams aus einem Yard zum entscheidenden Touchdown.
Der überragende Cowboy ist Lamb mit zehn Catches für 195 Yards und einem Touchdown. Prescott kommt auf 335 Passing-Yards und zwei Touchdowns, Williams auf 101 Rushing-Yards und einen Score. Insgesamt produziert Dallas satte 509 Yards Offense und macht es gegen einen Gegner im Ausverkauf trotzdem bis zur letzten Minute spannend.
Carolina Panthers – Denver Broncos 21:26
Die Broncos verbessern ihre starke Bilanz auf 7:2. Bo Nix bringt 25 von 37 Pässen für 237 Yards, zwei Touchdowns und eine Interception an. Seine beiden Touchdown-Pässe gehen an Courtland Sutton und Pat Bryant, Rookie Jonah Coleman läuft für den dritten Broncos-Touchdown.
Statistisch ist Carolina offensiv sogar produktiver. Die Panthers kommen auf 353 Total Yards, Denver nur auf 312. Bryce Young wirft für 276 Yards und drei Touchdowns, Tight End Darren Waller fängt acht Pässe für 90 Yards und einen Touchdown.
Den Unterschied machen unter anderem die Fehler: Carolina kassiert 13 Strafen für 119 Yards und leistet sich zwei Turnover. Denver steht nach dem Sieg bei 7:2, die Panthers bei 3:5.
Kansas City Chiefs – New York Jets 35:12
Glaubt man am Ende kaum, aber die Chiefs starten mit Problemen. Die Jets führen nach dem ersten Viertel 6:0 und kommen in der ersten Hälfte auf vier Field Goals, schaffen aber keinen einzigen Touchdown. Nach der Pause ziehen die Chiefs davon – und erzielen 21 unbeantwortete Punkte.
Der auffälligste Mann ist Kenneth Walker III: Der Running Back erzielt gleich drei Touchdowns, zwei davon nach Pässen von Patrick Mahomes. Auch Travis Kelce kommt in die Endzone und sorgt nebenbei für Geschichte: Mit einem 38-Yard-Catch stellt das Duo Mahomes/Kelce einen neuen NFL-Bestwert für die meisten Yards eines Quarterback/Tight-End-Duos auf.
Kurzer Schreckmoment bei Mahomes: Der Chiefs-Star muss nach einem heftigen Hit von Jets-Rookie David Bailey zwischenzeitlich vom Feld, kann aber weitermachen.
Philadelphia Eagles – New York Giants 11:19
Die Saison der Philadelphia Eagles ist praktisch gelaufen! Der Super-Bowl-Champion von 2025 verliert das NFC-East-Duell gegen die New York Giants mit 11:19 und stürzt auf eine katastrophale 2:7-Bilanz ab.
Im Mittelpunkt steht Joe Milton. Der frühere Patriots- und Cowboys-Quarterback wurde erst Mitte Oktober aus dem Practice Squad in Dallas verpflichtet, weil Jalen Hurts wegen eines Blutgerinnsels ausgefallen war. Nachdem Tanner McKee zuletzt starten durfte, erhält nun Milton gegen die Giants seinen ersten NFL-Start überhaupt.
Ein Happy End gibt es nicht: Milton bringt nur 18 von 34 Pässen für 169 Yards an. Mit 64 Rushing-Yards ist der Quarterback allerdings Philadelphias bester Läufer. Insgesamt produziert die Eagles-Offense gerade einmal 220 Yards und 13 First Downs, bei Third Downs gelingen nur fünf von 18 Versuchen.
Bei 2:7 sind die Playoff-Hoffnungen damit praktisch dahin. Und plötzlich könnte es in Philadelphia vor der Trade Deadline besonders interessant werden. Wird Saquon Barkley für Picks geopfert?
Bei den Giants gibt es trotz des Sieges allerdings Sorgen um Quarterback J.J. McCarthy: Nach einem harten Treffer muss er zwischenzeitlich raus, versucht an der Seitenlinie noch einen Pass und sackt anschließend mit sichtbaren Schmerzen zusammen. Später kann er allerdings zurückkehren.
Miami Dolphins – Detroit Lions 9:19
Die Generalprobe für das München-Spiel am kommenden Sonntag gelingt. Zwar mit etwas Mühe, aber es klappt. Wieder einmal ist die Lebensgarantie Running Back Jahmyr Gibbs. Er erzielt den einzigen Lions-Touchdown des Tages.
Es ist zudem das 1. NFL-Spiel überhaupt, in dem zwei Punter einen Pass anbringen. Beide Teams greifen tief ins Playbook und lassen einen Trickspielzug durchführen – beide Male mit Erfolg!
Nächster Halt: München!
Washington Commanders – Los Angeles Rams 13:20
Die Rams haben den Sieg vor allem Puka Nacua zu verdanken. Der Star-Receiver ist kaum zu stoppen, fängt 14 Pässe für 150 Yards und erzielt im Schlussviertel auch noch den entscheidenden Touchdown. Matthew Stafford findet ihn aus sieben Yards zum 20:13.
Zuvor erzielt Running Back Blake Corum den ersten Rams-Touchdown des Tages. Auffällig: Washington bekommt Jayden Daniels zwar auf 258 Passing-Yards, erzielt nach der Pause aber nur noch drei Punkte. Im gesamten Schlussviertel bleibt die Commanders-Offense ohne Zähler.
Damit geht die bisher enttäuschende Saison der Commanders weiter: Washington fällt auf 3:6 und verliert zum dritten Mal in Serie. Die Rams stehen dagegen bei 5:4 und erstmals in dieser Saison über .500.
New Orleans Saints – Cleveland Browns 23:22 n.V.
Was für ein Krimi in New Orleans! Dabei ist die Partie lange offensiv schwere Kost. Nach drei Vierteln steht es gerade einmal 6:6, ehe das Spiel komplett eskaliert.
Browns-Quarterback Shedeur Sanders findet Rookie KC Concepcion für einen spektakulären 64-Yard-Touchdown. Audric Estimé bringt New Orleans anschließend per Lauf wieder heran. Acht Sekunden vor Schluss rettet Kicker Andre Szmyt Cleveland mit einem 51-Yard-Field-Goal zum 16:16 in die Verlängerung.
Dort erzielen die Saints durch Juwan Johnson zunächst einen Touchdown und gehen 23:16 in Führung. Cleveland antwortet: Sanders findet Harold Fannin Jr. für 39 Yards zum Touchdown.
Dann gehen die Browns volles Risiko: Statt mit dem Extrapunkt auszugleichen, versucht Cleveland die Two-Point-Conversion und den direkten Sieg. Der Versuch scheitert. Damit ist Schluss und New Orleans gewinnt.
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