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Obwohl wir länger arbeiten sollen: Immer mehr Deutsche wollen früher in Rente

Obwohl wir länger arbeiten sollen: Immer mehr Deutsche wollen früher in Rente
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Berlin – Die Rentenkommission will, dass die Deutschen länger arbeiten. Am Dienstag wird sie vorschlagen, das Renteneintrittsalter parallel zur zunehmenden Lebenserwartung ansteigen zu lassen. Außerdem soll die frühzeitige abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren – die sogenannte Rente mit 63 – weg! Aber können und wollen die Beschäftigten auch länger arbeiten? Offenbar nicht!

Laut Gesundheitsreport 2026 der gesetzlichen Krankenkasse DAK wollen immer mehr Deutsche früher in Rente. Der Bericht erscheint Anfang Juli, einige Ergebnisse liegen dem „Tagesspiegel“ aber bereits vor. Die DAK ließ das Meinungsforschungsinstitut Forsa 7000 Beschäftigte befragen lassen, wann sie in Rente gehen möchten.

Ergebnis: 44 Prozent aller Befragten gaben an, dass sie darüber nachdenken, „vor dem gesetzlichen Renteneintrittsalter aus dem Erwerbsleben auszuscheiden“. 35 Prozent möchten laut der Befragung bis zum Rentenalter arbeiten und neun Prozent planen darüber hinaus weiterzuarbeiten.

Unter den Befragten über 50 planen 52 Prozent einen Ausstieg vor dem Rentenalter. Entscheidend dabei: Ihr Gesundheitszustand. 48,7 Prozent der Beschäftigten über 50, die sich fit fühlen, wollen frühzeitig in Rente gehen. Bei jenen, die mit ihrer Gesundheit unzufrieden sind, sind es hingegen 60 Prozent. Bei den jüngeren Angestellten ergibt sich ein ähnliches Bild.

Ältere Angestellte seltener, aber länger krank

DAK-Chef Andreas Storm sieht Unternehmen in der Pflicht, mehr für ihre älteren Angestellten zu tun: „Wenn jeder zweite Beschäftigte über 50 Jahre heute über einen vorzeitigen Renteneintritt nachdenkt, verdeutlicht dies den großen Handlungsdruck“, meint Storm. Unternehmen müssten ihre Gesundheitsangebote verstärken. „Denn sie können es sich vor dem Hintergrund des demografischen Wandels nicht mehr leisten, ältere Beschäftigte und deren Kompetenzen zu verlieren.“

Zudem fragte die DAK den Krankenstand in Unternehmen ab. Ergebnis: Mitarbeiter jenseits der 50 seltener krankgeschrieben als jüngere Kollegen. In der Gruppe bis 49 sorgten 100 Versicherte im vergangenen Jahr für 213 Krankschreibungen. In der Gruppe ab 50 waren es nur 165 Fälle. ABER: Bei Älteren dauert die Arbeitsunfähigkeit wesentlich länger an. Sie fehlten im Durchschnitt 16,3 Tage, die Jüngeren nur 8,2 Tage.

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