Hauptnachrichten

Organraub in München?: Ehepaar soll Mann zu Nierenspende gezwungen haben

Organraub in München?: Ehepaar soll Mann zu Nierenspende gezwungen haben
TTS-Player überspringenArtikel weiterlesen

Bukarest/München – Unglaublicher Verdacht: Ein rumänisches Ehepaar soll einen Landsmann in München festgehalten und ihn mit Morddrohungen gezwungen haben, eine Niere zu spenden – für den Ehemann. Jetzt wurden die beiden Verdächtigen in Rumänien festgenommen.

Nach Angaben der für organisierte Kriminalität zuständigen rumänischen Staatsanwaltschaft DIICOT hielten die beiden den Mann in München fest. Sie sollen ihm die Ausweispapiere abgenommen, ihm den Kontakt zu seiner Familie verboten und ihn gezwungen haben, unbezahlt für sie zu arbeiten. Außerdem habe das Opfer Autokaufverträge unterschreiben müssen.

Mit Drohungen zur Organspende

Der schwere Vorwurf: Das Ehepaar soll den Mann mit der Drohung erpresst haben, seinen Eltern in Rumänien könne etwas zustoßen. So habe er schließlich eine Niere gespendet. Der Ehemann habe wegen einer schweren Nierenerkrankung ein Spenderorgan benötigt. Die Transplantation soll in einer deutschen Klinik erfolgt sein. Um die Operation zu ermöglichen, habe das Opfer wahrheitswidrig angegeben, ein Neffe des Verdächtigen zu sein.

Festnahme in Rumänien

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München bestätigte die Festnahmen. Deutschland will nun die Auslieferung des Ehepaars beantragen. Darüber muss ein Gericht im rumänischen Timișoara entscheiden.

Die Verdächtigen wurden in der rumänischen Kleinstadt Caransebeș festgenommen. Bereits im März hatten Ermittler dort und zeitgleich auch in München Wohnungen durchsucht. Nach Angaben der rumänischen Behörden sollen die Festgenommenen führende Mitglieder einer kriminellen Gruppe sein. Ihnen wird schwerer Menschenhandel zum Zweck der Organentnahme vorgeworfen.

Vielleicht verpasst