Berlin – So erbost hat man CDU-Außenpolitiker Armin Laschet (65) selten gesehen: Bei Maybrit Illner (61) rastete der sonst so beherrschte Ex-Kanzlerkandidat plötzlich fast komplett aus. Grund: provozierende Sprüche des AfD-Politikers Rüdiger Lucassen (74) gegen die EU.
Laschets harter Vorwurf: „Sie reden absichtlich abstrakt über Europa. Sie sagen es extra so unklar, weil Sie eine schwache EU wollen, aber kein institutionell starkes Europa. Solange Sie sich nicht klar zum europäischen Einigungsprozess der Nachkriegsjahre von Adenauer und (dem französischen EU-Mitgründer) Schumann und anderen bekennen, sind Sie eine Gefahr. Genau solche Befürchtungen in der Welt entstehen wegen solcher Sprüche, wie Sie sie gerade gemacht haben. Wenn Sie an Adenauersche und Kohlsche Politik herangehen, mit solchen nebulösen Beschreibungen, dann werden Sie immer den Widerstand eines Christdemokraten erfahren!“
„Wo ist ein Merz, der jetzt mal nach Moskau reist?“
Lucassen wollte den Spieß umdrehen: „Adenauersche Politik ist ein gutes Stichwort“, entgegnete der AfD-Mann. Adenauer habe „Mitte der 50er Jahre den Rucksack gepackt“ und sei „nach Moskau gereist“, um deutsche Kriegsgefangene freizubekommen. Lucassens provozierende Frage: „Wo ist ein Merz, wo ist ein Wadephul, der jetzt mal nach Moskau reist?“
Doch Laschet ließ sich darauf nicht ein: „Adenauersche Politik war immer Westbindung“, konterte er, „und die Nato war immer militärische Stärke plus Dialog und Diplomatie. Auch ich war immer der Meinung, dass wir auch mehr Diplomatie brauchen, auch in der Nato, aber nicht so simpel, wie es die AfD betreibt.“