Dieser Auftritt macht Sorgen! Die deutsche Nationalmannschaft kassiert ihre erste WM-Pleite und verliert das letzte Gruppenspiel gegen Ecuador 1:2. Weil der Gruppensieg und der Einzug ins Sechzehntelfinale bereits vor dem Anpfiff feststehen, bleibt die Pleite ohne sportliche Folgen. Aber: Die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) liefert einen fahrigen, teils unkonzentrierten Auftritt ab – und muss sich für die K.o.-Phase deutlich steigern.
Dabei geht es richtig gut los. Gerade einmal zwei Minuten sind gespielt, als Leroy Sané (30) die Führung erzielt. Ausgerechnet Sané, der nach den ersten beiden Spielen so sehr in der Kritik steht, erzielt bei seiner 5. Turnierteilnahme (WM und EM) sein erstes Tor.
Aber das Tor hätte eigentlich nicht zählen dürfen. Pavlovic hatte das Bein bei seiner Aktion sehr weit oben, trifft dabei sogar Ecuadors Vite am Kopf, der mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden geht und liegen bleibt. Die Ecuadorianer protestieren lautstark. Schiedsrichterin Tori Penso zeigt jedoch zügig an, dass die Entscheidung bestehen bleibt. Auch der VAR schaltet sich nicht ein. Schiri-Experte Manuel Gräfe zu BILD: „Klares Foul. Diese Entscheidung ist ein Witz und kann so eigentlich nicht bestehen bleiben.“
Ecuador mutig, Deutschland fahrig
Doch Ecuador schlägt direkt zurück. 9. Minute: Nmecha patzt und verliert in der eigenen Hälfte den Ball. Der eben noch getroffene Vite leitet den Ball an Nilson Angulo weiter. Der fackelt nicht lange und zieht ab. Der Abschluss erwischt DFB-Keeper Manuel Neuer auf dem falschen Fuß und der Ball schlägt unten rechts ein. 1:1! Bitter für Neuer: Auch im dritten Spiel dieser WM ist der erste Torschuss, der auf Neuers Kasten kommt, drin.
Deutschland hat so seine Mühen mit der ecuadorianischen Offensive. „La Tricolor“ rund um die Top-Stars Piero Hincapié (FC Arsenal) und Moisés Caicedo (FC Chelsea) ist giftig und mutig. Dazu schleichen sich immer wieder Fehlpässe ins deutsche Spiel. Es „flowt“ noch nicht so wie erhofft. Dabei baut Nagelsmann für das Spiel auf seine Stammelf. Neben dem verletzten Nico Schlotterbeck (Bänderriss im linken Knöchel) spielt lediglich der angeschlagene Linksverteidiger Nathaniel Brown (Adduktoren) nicht erneut von Beginn an. Für das Defensiv-Duo sind Antonio Rüdiger und David Raum in die Viererkette gerückt. Das Ziel: Die Stammelf soll sich einspielen. Doch der Plan geht nicht auf. Die Offensive kommt nicht in Schwung. Unser Super-Duo Jamal Musiala (23) und Florian Wirtz (23) zaubert auch noch nicht. Keiner der DFB-Stars kann überzeugen.
Die Folge: In der 58. Minute fordern die Fans unseren Super-Joker Deniz Undav (29). Und Nagelsmann erhört sie. Undav kommt für Havertz. Zudem rotiert der Bundestrainer wie erwartet. Thiaw, Beier und Groß kommen für Kimmich, Nmecha und Wirtz.
Neuer greift ins Leere
Doch statt neuem Deutschland-Schwung dreht Ecuador das Spiel. Nach einer Ecke verlängert Rodríguez die Kugel mit dem Kopf. Neuer ist bereit, will den Ball schnappen, aber er greift ins Leere. Plata hält den Fuß rein und lenkt die Kugel unter die Latte. Neuer greift ins Leere, und der Ball landet im Tor (78.) – 1:2.
Auf wen treffen wir im Sechzehntelfinale? Die endgültige Entscheidung fällt erst am Sonntagmorgen, wenn alle Gruppenspiele gespielt sind. Fest steht aber, dass es ein Dritter der Gruppen A, B, C, D oder F ist. Am wahrscheinlichsten ist der Drittplatzierte aus Gruppe D, also Australien oder Paraguay. Wo und wann gespielt wird, steht dagegen schon fest: Die Nagelsmann-Elf kämpft am Montag um 22.30 Uhr deutscher Zeit in Boston ums Weiterkommen.