Ob Bastian Schweinsteiger seine Aussagen über den afrikanischen Fußball bei der Weltmeisterschaft mittlerweile bereut? Der Trainer unseres Gruppengegners Elfenbeinküste ist vom ARD-Experten jedenfalls schwer enttäuscht. Emerse Faé (42) sagte nach dem 2:0 seines Teams gegen Curaçao über „Schweini“: „Das ist traurig. Wir könnten es rassistisch nennen. Als ich seinen Kommentar gehört habe, war ich enttäuscht. Ich habe keine andere Möglichkeit, als das zu akzeptieren.“ Er könne nicht ändern, was Schweinsteiger oder andere Leute erzählen, so der Trainer weiter.
Hintergrund: Schweinsteiger hatte vor dem Duell der deutschen Nationalmannschaft gegen die „Elefanten“ eine Einschätzung über den Fußball-Stil des Teams abgegeben. Er beschrieb das Spiel der Elfenbeinküste, wie in Videos zu sehen ist, als „bisschen afrikanischer Fußball natürlich, der manchmal so ein bisschen unorthodox ist, ein bisschen wild ist, bisschen vielleicht auch manchmal nicht ganz so von der Taktik geprägt ist. Wir müssen uns einstellen, dass es unberechenbar wird manchmal.“
Schweinsteiger wurde kritisiert, mit seinen Äußerungen rassistische Stereotype zu verbreiten. „Ich stimme ihm nicht zu. Alles, was ich tun kann, ist zu zeigen, dass wir nicht nur physisch spielen, sondern auch taktisch und technisch“, so Faé weiter. Schweinsteiger sei ein weltweiter Star, der vielleicht etwas in Vergessenheit geraten sei und vielleicht etwas Aufmerksamkeit brauche. Schweinsteigers Aussage traf Faé auch persönlich, weil er ein riesiger Fan des ehemaligen deutschen Nationalspielers gewesen sei. Er habe ihn immer bewundert und sei von Freunden aufgrund seiner großen Begeisterung für den Deutschen sogar Bastian genannt worden, berichtete der Trainer weiter.
Klopp reagierte auf Schweinsteiger-Aussage
Auch Jürgen Klopp wurde zu Schweinsteigers Aussagen befragt. Der ehemalige Liverpool-Trainer, bei der WM im Einsatz für Magenta TV, sprach in einem Video der Deutschen Welle am Rande eines Medienauftritts. Klopp: „Ich weiß nicht einmal, was man Angemessenes sagen sollte. Für afrikanische Menschen ist es eine Sache, für andere Menschen ist es eine andere.“ Klopp schob nach: „Gott sei Dank dachte ich, niemand würde mich dazu befragen. Sie haben einen Moment gefunden und überraschenderweise sind Sie deutsch. Das überrascht mich so sehr. Danke ihnen sehr.“ Dann verließ Klopp das Interview.