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Für 60.000 Euro: Diese DDR-Insel in der Ostsee ist versteigert

Für 60.000 Euro: Diese DDR-Insel in der Ostsee ist versteigert
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Rügen/Hamburg – Zum ersten, zum zweiten, zum dritten. Der Hammer ist gefallen. Die marode Ostsee-Insel „Ostervilm“ aus DDR-Zeiten wurde für 60.000 Euro verkauft. Das Mindestgebot lag bei 39.000 Euro. Nach 20 Geboten war Schluss.

Das österreichische Unternehmen McCube sicherte sich den Zuschlag. Die Firma ist auf modulare Fertighäuser spezialisiert. Versteigert wurde die frühere DDR-Entmagnetisierungsstation südöstlich von Rügen. Die Insel liegt drei Kilometer östlich der Naturschutzinsel Vilm im Greifswalder Bodden.

So besonders ist die Insel in der Ostsee

Die Plattform gilt als eines der ungewöhnlichsten Immobilienangebote Deutschlands. Ein gruseliger Lost Place mitten auf dem Wasser der Ostsee: ein verfallenes Wohnhaus und technische Anlagen. Laut Objektbeschreibung handelt es sich um eine Plattform aus Betonrahmen, verkleidet mit Eisenplatten und Holzbohlen, die auf 600 Pfählen steht. 250 Quadratmeter Fläche ragen aus dem Bodden.

Oliver Pesendorfer (59), Chef von McCube, kann sich vorstellen, die künstliche Insel als Kultur- und Veranstaltungsort zu nutzen. Auch Hochzeiten auf der Plattform seien möglich. Vor etwa zehn Jahren war zuletzt ein Versuch gescheitert, die Station in eine Ferienanlage umzubauen.

Trotz ihres maroden Zustands sorgte die Immobilie vor der Auktion für große Aufmerksamkeit. „Wir haben täglich Telefonate aus ganz Deutschland geführt, mit Dutzenden, wahrscheinlich sogar mehreren Hundert Interessierten, die neugierig waren“, sagt Kai Rocholl, Vorstand der zuständigen Norddeutschen Grundstücksauktionen AG.

Das sagt der Käufer der Insel

Pesendorfer hat die Insel bei der Auktion alleine ersteigert. Doch noch vor der Versteigerung hatte er bereits einen Geschäftspartner gefunden. Pesendorfer zu BILD: „Möglicherweise finden wir Synergien, wie man die Insel nutzen kann.“

Errichtet wurde die Anlage 1954 für die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR. Der Zutritt war verboten. Nur wenige Matrosen waren dort stationiert. Die Marinesoldaten neutralisierten die Magnetfelder von Schiffen. In der Station wurde über im Wasser verlegte Kabel ein Gegenfeld erzeugt. So sollten die Schiffe vor Minen und Torpedos geschützt werden.

Nach dem Fall der Mauer brauchte die Bundeswehr die „Entmagnetisierungsstation Lauterbach“ nicht mehr. Die Anlage verrottete.

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