Der Filmemacher und Autor Alexander Kluge ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Das teilte der Suhrkamp Verlag in Berlin mit. Kluge wurde in den 1960er und 1970er Jahren als einer der einflussreichsten Vertreter des Neuen Deutschen Films bekannt. Er war als Filmemacher, Schriftsteller, Theoretiker und Fernsehunternehmer tÀtig.
Kluge wurde 1932 in Halberstadt geboren. In Berlin studierte er Jura, in Marburg und Frankfurt am Main Geschichte und Kirchenmusik. 1965 promovierte er und war danach als Rechtsanwalt tÀtig, widmete sich aber bald dem Film und Schreiben.
In den 1960er Jahren fĂŒhrte ihn sein Weg zuerst zur "Frankfurter Schule" Theodor W. Adornos, von dort zum Regisseur Fritz Lang und dem Neuen Deutschen Film. Er war Mitinitiator des Oberhausener Manifest, was als dessen Geburtsstunde gilt.
"Mein Hauptwerk sind meine BĂŒcher"
Als Autor machte er sich vor allem durch Kurzgeschichten einen Namen, auĂerdem verfasste er wissenschaftliche und philosophische Arbeiten. 1987 grĂŒndete er die Produktionsfirma dctp.
"Mein Hauptwerk sind meine BĂŒcher", zitiert der Suhrkamp Verlag Kluge. Auch wenn er Filme und Fernsehmagazine hergestellt habe, bleibe er in erster Linie Buchautor. "Das liegt daran, dass BĂŒcher Geduld haben und warten können, da das Wort die einzige Aufbewahrungsform menschlicher Erfahrung darstellt, die von der Zeit unabhĂ€ngig ist und nicht in den LebenslĂ€ufen einzelner Menschen eingekerkert bleibt."
FĂŒr seine Arbeit erhielt Kluge zahlreiche Preise, etwa den Georg-BĂŒchner-Preis, den Theodor-W.-Adorno-Preis, den Heinrich-Heine-Preis der Stadt DĂŒsseldorf und 2019 den Klopstock-Preis der Stadt Halberstadt.