Israel hat in der Nacht erneut Angriffe auf Ziele im Iran sowie im Libanon geflogen. In der iranischen Hauptstadt Teheran wurde Infrastruktur angegriffen, wie das MilitĂ€r mitteilte. In der libanesischen Hauptstadt Beirut galten die Angriffe nach israelischen Angaben mehreren Einrichtungen der vom Iran unterstĂŒtzten Terrororganisation Hisbollah. Nach Angaben der libanesischen staatlichen Nachrichtenagentur NNA waren drei sĂŒdliche Vororte von Beirut betroffen.
Zuvor hatte die israelische Armee mitgeteilt, aus dem Iran abgefeuerte Raketen steuerten auf Israel zu. "Abwehrsysteme sind im Einsatz, um die Bedrohung abzufangen", hieà es. Menschen in den betroffenen Gebieten wurden aufgerufen, SchutzrÀume aufzusuchen. Nach jeweils kurzer Zeit wurde der Raketenalarm wieder aufgehoben und Entwarnung gegeben.
Spannungen im Libanon
Die Hisbollah hat in der Nacht mehrere Angriffe auf israelische Truppen im SĂŒdlibanon gemeldet. Das israelische MilitĂ€r kĂŒndigte indes die Ausweitung des Einsatzes von Bodentruppen in der Region an. Die Armee mobilisiere weitere Reservisten, sagte Sprecher Effie Defrin. GegenwĂ€rtig seien bereits mehr als 100.000 Reservesoldaten an allen Fronten im Einsatz. Im Libanon nimmt die Sorge vor einer groĂangelegten Bodeninvasion Israels mit anschlieĂender Besatzung zu.
Mehrere Staaten, darunter Deutschland, haben Israel vor einem solchen Schritt gewarnt. "Eine signifikante israelische Bodenoffensive hĂ€tte verheerende humanitĂ€re Folgen und könnte zu einem langwierigen Konflikt fĂŒhren", teilten die Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Kanadas und des Vereinigten Königreichs mit. Die LĂ€nder verurteilten auch die Entscheidung der Hisbollah, sich Irans Angriffen auf Israel anzuschlieĂen.
Angriff auf Tanker im Golf von Oman
Die britische Behörde fĂŒr Sicherheit der Handelsschifffahrt meldete Beschuss auf einen Tanker vor der KĂŒste des Emirats Fudschaira im Golf von Oman. Es sei niemand verletzt worden. Das Schiff habe gut 40 Kilometer vor der KĂŒste vor Anker gelegen, hieĂ es. Das kleine Emirat Fudschaira, das zu den Vereinigten Arabischen Emiraten gehört, liegt sĂŒdlich der StraĂe von Hormus â der strategisch bedeutsamen Meerenge, die den Zugang zum Persischen Golf bildet und derzeit gesperrt ist.
Angriffe in der Golfregion
Der Iran hat in der Nacht erneut Ziele in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Saudi-Arabien angegriffen. Die Emirate schlossen kurzzeitig ihren Luftraum wegen laufender Angriffe, öffneten diesen spÀter allerdings wieder. Das Verteidigungsministerium in Saudi-Arabien teilte mit, im Osten des Landes seien mehrere Drohnen abgefangen worden.
Im Irak gab es unbestĂ€tigten Medienberichten zufolge neue Angriffe auf die US-Botschaft in Bagdad. Zuvor war ein Hotel, das wie die Botschaft in der streng gesicherten GrĂŒnen Zone liegt, nach Angaben des irakischen Innenministeriums von einer Drohne getroffen worden. In den oberen Stockwerken des GebĂ€udes brach daraufhin ein Feuer aus.
Iran warnt vor US-Angriff auf Ălinsel
Der Sprecher der iranischen StreitkrĂ€fte, Abolfasl Schekartschi, hat den Vereinigten Staaten bei weiteren Angriffen auf die Ălinsel Charg mit Gegenangriffen gedroht. Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim behauptete Schekartschi, dass der Iran die Ălâ und Gasanlagen aller Staaten attackieren werde, die sich an möglichen Angriffen beteiligen.
Irans AuĂenminister Abbas Araghtschi dementierte indes einen Medienbericht ĂŒber Kontakt mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff. Sein letzter Austausch mit Witkoff habe vor dem Beginn des Kriegs stattgefunden. Zuvor hatte das Portal unter Berufung auf einen US-Beamten und eine informierte Quelle berichtet, dass zwischen beiden Seiten in den vergangenen Tagen angeblich ein direkter Kommunikationskanal reaktiviert worden sein soll.
Trump verschiebt Reise nach China
US-PrĂ€sident Donald Trump hat seine geplante Chinareise wegen des Kriegs im Iran verschoben. Er habe die chinesische Regierung um einen Aufschub von etwa einem Monat gebeten, sagte Trump. UrsprĂŒnglich wollte er vom 31. MĂ€rz bis zum 2. April nach China reisen und PrĂ€sident Xi Jinping treffen. Die chinesische Regierung hatte die Reise bislang nicht bestĂ€tigt.