In den riesigen Containern lagerten MĂŒll und AusrĂŒstung aus einer Forschungsstation in der Antarktis, auĂerdem fast 10.000 Liter Winterdiesel. Doch nach einem schweren Eis-Sturm waren die blauen Metall-BehĂ€lter plötzlich weg.
Seit 2009 ist die Neumayer-Station III Basis der deutschen Antarktis-Forschung. Im Sommer arbeiten bis zu 50 Wissenschaftler und Mitarbeiter an der KĂŒste des Wedell-Meeres, im Winter sind es ungefĂ€hr neun. Damit die Basis unabhĂ€ngig arbeiten kann, lagern riesige VorrĂ€te an AusrĂŒstung in Containern am Rande des Schelfeises. Auch der MĂŒll wird dort deponiert, damit Schiffe ihn spĂ€ter aus der Antarktis transportieren können. Das Eis wird eigentlich regelmĂ€Ăig auf seine StabilitĂ€t geprĂŒft.
Eisberg mit Containern brach ab und verschwand
Doch nach einem Blizzard mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 km/h, berichtet das Schweizer Nachrichtenportal â20minâ, waren die sieben Container Anfang 2026 weg â im Sturm brach ein riesiges StĂŒck Eisscholle ab und trieb aufs Meer. Das geht auch aus einem Bericht von ATCM (Antarctic Treaty Consultative Meeting, eine jĂ€hrliche Konferenz der Antarktis-Vertragsstaaten) hervor.
Container versanken im Eismeer
Der Forschungseisbrecher âPolarsternâ entdeckte Scholle und Container spĂ€ter: Der 81 Meter dicke Eis-Koloss war 140 Kilometer weit weggetrieben. Per Hubschrauber konnten knapp 600 Liter Diesel, Batterien und Gaszylinder geborgen werden. Weitere Bergungen waren nicht möglich, weil das Eis zu instabil war. Einen Monat spĂ€ter war der Eisberg komplett verschwunden. Vermutlich zerbrach er, und die Container versanken im Meer. Was das fĂŒr die sensible Umwelt bedeutet, ist noch nicht klar. Im ATCM-Bericht wird erklĂ€rt: âEs ist anzunehmen, dass der Container (mit dem Treibstoff, Anmerk. d. Red.) entweder durch den Sturz ins Meer beschĂ€digt wurde oder auf dem Weg zum Meeresboden implodierte. In beiden FĂ€llen dĂŒrfte der Treibstoff ausgelaufen sein.â
Die Neumayer-Station hat inzwischen ihr Protokoll fĂŒr die Containerlagerung ĂŒberarbeitet. KĂŒnftig sollen diese nicht mehr nahe des Eisrandes, sondern fĂŒnf Kilometer entfernt gelagert werden. AuĂerdem werde die Ăberwachung des Eises intensiviert.