Zur Vorbereitung eines möglichen Einsatzes in der StraĂe von Hormus hat Verteidigungsminister Boris Pistorius angekĂŒndigt, deutsche Marineeinheiten ins Mittelmeer zu verlegen. »Wir werden einen Minensucher ins Mittelmeer verlegen und ihm ein FĂŒhrungs- und Versorgungsschiff zur Seite stellen«, sagte der SPD-Politiker der . Wann genau sie aufbrechen sollen, sagte er nicht.
Infolge des Irankriegs ist die StraĂe von Hormus derzeit blockiert. Die Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman ist eine wichtige Schifffahrtsroute fĂŒr den Ălhandel â die Blockade belastet daher die Weltwirtschaft. Die USA gehen davon aus, dass der Iran dort Minen verlegt hat.
Pistorius sagte, Voraussetzung fĂŒr einen Einsatz sei zuallererst ein Ende der Kampfhandlungen im Krieg der USA und Israels mit dem Iran. Zudem erinnerte er daran, dass ein solcher Einsatz nur mit einem Mandat des Bundestags möglich ist. »Um Zeit zu sparen, haben wir uns entschieden, einen Teil der deutschen Einheiten frĂŒhzeitig ins Mittelmeer zu verlegen, um dann â nach Mandatsbeschluss â keine weitere Zeit zu verlieren.«
Merz hatte Minenjagdboote angeboten
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte angeboten, dass Deutschland sich an einem internationalen MilitĂ€reinsatz zur Sicherung der Schifffahrt in der StraĂe von Hormus beteiligen könnte. Vor gut einer Woche hieĂ es aus Regierungskreisen, dass die Bundeswehr Minenjagdboote, ein Begleitschiff und LuftaufklĂ€rung bereitstellen könnte.
»Unsere Marine ist richtig gut darin, Minen aufzuspĂŒren und zu rĂ€umen«, sagte Pistorius. »Das könnten wir leisten, um in der Meerenge von Hormus zu einer freien und sicheren Schifffahrt und Navigation beizutragen.« Damit man dort unterstĂŒtzen könne, »werden wir das Engagement an anderer Stelle temporĂ€r sinnvoll und mit den Partnern abgestimmt reduzieren«.
Mit Blick auf die Rechtsgrundlage fĂŒr einen solchen Einsatz nannte Pistorius es eine »angemessene und denkbare Option«, das EU-Mandat fĂŒr die Marinemission Aspides im Roten Meer zu erweitern. »Ein UN-Mandat wĂ€re sicher besser, ist aber im Augenblick nicht wahrscheinlich.«
Die EU-Marinemission Aspides dient dem Schutz der Schifffahrt vor Angriffen der proiranischen Huthi-Miliz aus dem Jemen. Die EU-AuĂenminister beschlossen den Einsatz im Februar 2024 vor dem Hintergrund des Gazakrieges, als die mit dem Iran und der Hamas im Gazastreifen verbĂŒndeten Huthi Frachtschiffe im Roten Meer angriffen. Die Bundeswehr beteiligt sich seit Februar 2024 an der Mission.
Unter FĂŒhrung Frankreichs und GroĂbritanniens bereitet ein internationales BĂŒndnis einen möglichen Marineeinsatz nach einem Ende der Kampfhandlungen im Irankrieg vor. Derzeit laufen diplomatische BemĂŒhungen um eine friedliche Lösung des Konflikts. FĂŒr den Fall eines Scheiterns haben die USA und Israel weitere Angriffe auf den Iran angedroht.
Die Deutsche Marine verfĂŒgt ĂŒber zehn Minenjagdboote der Frankenthal-Klasse, die in Kiel stationiert sind. Die Boote sind mit Drohnen ausgerĂŒstet, die auf verschiedene Arten GegenstĂ€nde wie Minen orten können. AnschlieĂend können Minentaucher die Sprengkörper unschĂ€dlich machen.
Pistorius sieht gestiegene Nachfrage nach Luftverteidigungssystemen
Der Irankrieg hat laut Pistorius erhebliche Konsequenzen fĂŒr den globalen RĂŒstungsmarkt. »Der Bedarf an Luftverteidigungssystemen ist durch den âIrankrieg weltweit noch einmal weiter â gestiegen«, sagte er. Die Industrie benötige Jahre âfĂŒr â die Herstellung âder weltweit begehrten Patriot-Systeme. Auch bei den Lenkflugkörpern stĂŒnden die Staaten Schlange, âda die derzeitigen ProduktionskapazitĂ€ten nicht ausreichten, um die globale Nachfrage schnell zu decken.
Die deutsche Industrie habe die Lage erkannt, sagte der Minister weiter. Im Herbst beginne â das Unternehmen MBDA, âdas auch den Taurus herstellt, gemeinsam âmit dem US-Konzern âRaytheon die Produktion von Patriot-Lenkflugkörpern in âDeutschland. Zudem fertige Diehl Defence die bodengestĂŒtzten Iris-T-Systeme, die sich bei der âAbwehr von Angriffen in der Ukraine sehr erfolgreich bewĂ€hrt hĂ€tten.