Was für ein Elfer-Drama im Finale der Champions League! Arsenal zieht gegen PSG am Samstagabend den Kürzeren (4:5 n.E.), weil zwei ihrer fünf Schützen den Ball gar nicht erst aufs Tor bringen. Arsenal-Trainer Mikel Arteta gesteht hinterher, dass er seine besten Schützen zuvor ausgewechselt hatte – darunter auch Nationalspieler Kai Havertz (26).
Havertz hatte im Endspiel von Budapest wieder einmal bewiesen, dass er der Mann für die großen Momente in wichtigen Spielen ist. Schon nach fünf Minuten nutzte er die erste Torchance zur 1:0-Führung, blieb vor PSG-Torwart Safonov eiskalt. Bereits beim Champions-League-Triumph mit Chelsea 2021 hatte Havertz das Siegtor erzielt. Diesmal reichte es am Ende nicht ganz. Auch, weil Havertz nach 90 Minuten ausgewechselt wurde und zum Elfmeterschießen nicht mehr antreten konnte? Weil er und weitere Topschützen nicht mehr dabei waren, trat zum letzten und entscheidenden Elfmeter Abwehrchef Gabriel an – und jagte den Ball über das PSG-Tor.
Arsenal-Trainer Arteta sagte nach der Partie: „Gabriel wollte die Verantwortung für den fünften Elfmeter übernehmen und hat damit in diesem Moment echten Mut bewiesen.“ Gleichzeitig gestand er aber auch: „Normalerweise wären Bukayo Saka, Martin Ødegaard und Kai Havertz ohne Zweifel unsere Stamm-Elfmeterschützen, das ist klar.“ Alle drei hatte Arteta aber bereits ausgewechselt: „Als das Spiel in die Verlängerung und ins Elfmeterschießen ging, wussten wir bereits, dass die Situation ganz anders sein würde und andere Spieler Verantwortung übernehmen müssten.“ Zum Beispiel der für Havertz eingewechselte Eberechi Eze, der Arsenals zweiten Elfmeter links neben das Tor setzte.
Arteta: „Trotzdem hatten wir immer noch Qualität und Vertrauen in die Spieler auf dem Platz. Eze zum Beispiel ist jemand, der im Training fast nie einen Elfmeter verfehlt. Seine Technik und seine Gelassenheit sind normalerweise hervorragend. Aber es ist ein riesiger Unterschied, ob man einen Elfmeter auf dem Trainingsplatz schießt oder in einem Champions-League-Finale unter all dem Druck, den Emotionen und der Intensität, die damit einhergehen. Die Spieler haben absolut alles gegeben, aber letztendlich kann Fußball manchmal sehr grausam sein.“