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Ehemaliger griechischer Ministerpräsident: Alexis Tsipras kommt mit neuer Partei zurück

Ehemaliger griechischer Ministerpräsident: Alexis Tsipras kommt mit neuer Partei zurück
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Athen – Alexis Tsipras (51) ist zurück – und Griechenland steht vor einem politischen Beben! Der frühere Krisen-Premier plant offenbar sein großes Comeback. Schon an diesem Dienstag um 19 Uhr (deutscher Zeit) will der frühere Syriza-Chef in Athen seine neue Partei vorstellen. Ausgerechnet der Mann, der Griechenland einst durch die Euro-Katastrophe führte, greift wieder nach der Macht!

2015 kam international niemand an Tsipras vorbei. Griechenland stand kurz vor dem Staatsbankrott. Der Euro wackelte gewaltig. Tsipras wurde damals zum Gesicht der Anti-Sparpolitik und lieferte sich harte Verhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF), der Europäischen Zentralbank (EZB) und Deutschland. Die Rettungskredite waren an drastische Bedingungen geknüpft: Rentenkürzungen, Privatisierungen, Sparhammer.

Der linke Hoffnungsträger galt damals als Ausnahmeerscheinung (stets OHNE Krawatte) der griechischen Politik. Während seiner Amtszeit führte er die einfache Verhältniswahl ein und schaffte den automatischen 50-Sitze-Bonus für die stärkste Partei ab – ein Schritt, der das politische System bis heute verändert.

Nach der Macht kam der Absturz

Bei den Parlamentswahlen im Mai 2023 sackte seine Partei, die Syriza, allerdings um mehr als 11,5 Prozentpunkte auf nur noch 20 Prozent ab. Nur wenige Wochen später folgte der nächste Schock: Bei der zweiten Wahl im Juni 2023 stürzte die Partei weiter ab. Auf 17,8 Prozent! Danach zog Tsipras die Reißleine und kündigte seinen Rückzug als Parteichef an. Ganz verschwinden wollte er aber nie – er erklärte damals, als Politiker dabei zu bleiben.

Kurz darauf zerlegte sich Syriza beinahe selbst. Im November 2023 verließen 45 prominente Mitglieder die Partei, darunter Ex-Finanzminister Euklid Tsakalotos (65). Grund: der populistische, sogar rechtslastige Führungsstil des neuen Parteichefs Stefanos Kasselakis (38).

Jetzt das Comeback!

Die Zeiten haben sich geändert. Die Chancen für Alexis Tsipras stehen offenbar besser als viele denken. 2019 wurde er noch als Gesicht der Krise abgewählt. Heute ist die Stimmung im Land eine andere. Zwar haben sich Wirtschaft und Staatshaushalt stabilisiert – doch viele Griechen spüren davon kaum etwas. Im Schnitt verdienen die Menschen gerade einmal rund 1500 Euro im Monat. Damit gehört Griechenland mit Bulgarien zu den Schlusslichtern der EU.

Der aktuelle Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis (58, stets MIT Krawatte) von der konservativen Nea Dimokratia regiert seit 2019 nahezu ohne ernsthafte Konkurrenz. Doch genau das könnte sich nun ändern. Kritiker werfen dem als arrogant geltenden Mitsotakis Machtmissbrauch vor. Der Geheimdienst hörte Telefone von Oppositionellen ab. Nach dem schweren Zugunglück von Tempi mit 57 Toten im Februar 2023 beschuldigten viele die Regierung, die Ursachen vertuscht zu haben.

Das Unglück löste die größte Protestbewegung seit Jahren aus. Sogar die Mutter eines Opfers will jetzt in die Politik – und ebenfalls bald eine eigene Partei gründen. Tsipras könnte also genau zur richtigen Zeit zurückkommen. Der Mann, der einst Europa in Atem hielt, will Griechenland offenbar noch einmal aufmischen.

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