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Eigene Kinder ausgesetzt: Richter steckt Mutter in Portugals härtesten Frauenknast

Eigene Kinder ausgesetzt: Richter steckt Mutter in Portugals härtesten Frauenknast
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São Domingos de Rana (Portugal) – Hinter diesen Mauern beginnt für Marine R. (41) nun ein völlig anderes Leben. Die Mutter, die ihre beiden kleinen Söhne in Portugal ausgesetzt haben soll, sitzt seit dem Wochenende im berüchtigten Frauengefängnis von Tires. Der Ermittlungsrichter schickte sie in Untersuchungshaft – in eine Haftanstalt, die in Portugal wie kaum eine andere für besonders schwere Kriminalfälle steht.

Gefängnis mit düsterem Ruf

Rund 20 Kilometer westlich von Lissabon liegt das Gefängnis von Tires. Hier werden sowohl Untersuchungshäftlinge als auch bereits verurteilte Straftäterinnen untergebracht. Die Einrichtung bietet Platz für mehrere hundert weibliche Häftlinge, die dort in verschiedenen Sicherheitsstufen untergebracht sind. Immer wieder landen dort auch Fälle, die international für Schlagzeilen sorgen.

In Portugal hat der Name „Tires“ einen düsteren Beigeschmack. Viele verbinden ihn mit Mordprozessen, Kindesmissbrauch oder spektakulären Justizdramen. In True-Crime-Dokumentationen und Gerichtsreportagen endet die Geschichte häufig genau hier – hinter den Mauern dieses Gefängnisses. Jetzt sitzt dort auch Marine R.

Immer wieder geriet die Haftanstalt außerdem durch mysteriöse Todesfälle in die Schlagzeilen. 2018 wurde eine Gefangene tot in ihrer Zelle gefunden. Gewerkschaften vermuteten damals eine Überdosis oder einen Fehler bei der Medikamentenausgabe. Während der Corona-Pandemie 2020 infizierten sich mehr als 120 Insassinnen – Tires wurde landesweit bekannt. 2021 erschütterte der Tod der verurteilten Mörderin Maria Malveiro in ihrer Zelle das Land. 2024 meldeten Gewerkschaften mehr als ein Dutzend Angriffe auf Wärterinnen.

2025 setzte eine Insassin ihre Zelle in Brand. Fünf Wärterinnen wurden verletzt, einige erlitten schwere Rauchvergiftungen. Im selben Jahr berichtete der Sender RTP über zwei mutmaßliche Überdosis-Fälle, eine Gefangene starb. Wenig später wurde der Chef der Gefängniswache wegen „schwerer Verdachtsmomente“ abrupt abgesetzt.

Eigene Kinder in der Wildnis ausgesetzt

Die 41-Jährige soll gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten ihre beiden Söhne Zacharie (3) und Barthélémy (5) nahe Monte Novo do Sul ausgesetzt haben – mit verbundenen Augen, nur mit etwas Obst und einer Flasche Wasser. Ein portugiesischer Bäcker entdeckte die Jungen später in einer verlassenen Haltestelle und alarmierte die Polizei. Zwei Tage später wurde das Paar rund 200 Kilometer entfernt im Wallfahrtsort Fátima festgenommen.

Während die Kinder inzwischen bei einer Pflegefamilie in Sicherheit sind, beginnt für ihre Mutter der Alltag hinter Gittern – in einem Gefängnis, das in Portugal als Synonym für die dunkelsten Kapitel der Justiz gilt.

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