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EU-Parlament will US-Handelsdeal wegen neuer Zolldrohungen pausieren

EU-Parlament will US-Handelsdeal wegen neuer Zolldrohungen pausieren

Nach einem Urteil und neuen AnkĂŒndigung zu Zöllen durch US-PrĂ€sident Donald Trump setzt die EuropĂ€ische Union (EU) die Ratifizierung eines Handelsabkommens mit den USA voraussichtlich aus. Zahlreiche Abgeordnete im EU-Parlament sprachen sich dafĂŒr aus, ihre Arbeit an der Umsetzung der Vereinbarung zu pausieren. Das Parlament stimmt damit vorerst wohl nicht ĂŒber eine Abschaffung der EU-Zölle auf US-Industrieprodukte ab. Die EU-Kommission forderte zudem ErklĂ€rungen von der US-Regierung zu ihren ZollplĂ€nen.

Die EU habe keine andere ‌Wahl, ⁠als den ​Umsetzungsprozess zu verzögern, um Klarheit ĂŒber die Situation zu bekommen, zitierte die ​Nachrichtenagentur Bloomberg die VerhandlungsfĂŒhrerin in Handelsfragen der EVP-Fraktion, Zeljana Zovko. Damit dĂŒrfte sich eine Mehrheit der Abgeordneten im Parlament der Blockade einer Einigung mit den USA anschließen.

Auch die Bundesregierung forderte vor Abschluss des Zollabkommens Klarheit ĂŒber die neue US-Zollpolitik. Ob die geplante Vorabstimmung im EU-Handelsausschuss am Dienstag stattfinden könne, sei offen, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius. Die Bundesregierung dringe darauf, das US-Zoll-Urteil sorgfĂ€ltig zu prĂŒfen. "Wir erwarten auch von der amerikanischen Seite, dass sie sehr schnell mit einer klaren Politik uns die Möglichkeit gibt, darauf einzugehen."

Der Vorsitzende des Handelsausschusses im EU-Parlament, Bernd Lange, hatte bereits vorgeschlagen, die Umsetzung des Zolldeals mit den USA auszusetzen. Seiner Ansicht nach könne niemand wissen, ob die USA sich ĂŒberhaupt noch an getroffene Abmachungen halten könnten.

Diskussion um weitere US-Zollpolitik

Der Oberste Gerichtshof der USA hatte am Freitag die von der ⁠Regierung verhĂ€ngte Sonderzölle ​fĂŒr unrechtmĂ€ĂŸig erklĂ€rt. Drei Tage nach der Entscheidung kĂŒndigte die US-Zollbehörde das Ende entsprechender Abgaben an. Die Behörde teilte mit, bestimmte Zölle auf der Grundlage von Notstandsbefugnissen wĂŒrden ab Dienstag Mitternacht (Ortszeit) nicht mehr erhoben.

Trump hatte nach dem Urteil umgehend neue ‌Zölle auf einer anderen gesetzlichen Grundlage ​angekĂŒndigt und diese von zehn auf 15 Prozent erhöht. Sie bleiben umstritten. China hatte die sofortige Aufhebung der Zölle gefordert.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hatte gefordert, die EU solle an dem Zollabkommen mit den USA festhalten. Das bereits vereinbarte Abkommen sollte das EU-Parlament wie geplant beschließen, sagte BDI-PrĂ€sident Peter Leibinger im Deutschlandfunk. "Wenn das jetzt nicht ratifiziert wird, dann schaffen wir von unserer Seite zusĂ€tzliche Unsicherheit, die wir wirklich nicht brauchen können." Ob es dann angewendet werde, "kann man dann ja immer noch sehen".

Im Sommer hatten sich EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen und Trump darauf verstĂ€ndigt, dass fĂŒr die meisten EU-Importe in die USA ein maximaler Zoll von 15 Prozent nicht ĂŒberschritten werden soll. Das Abkommen muss aber noch unterschrieben werden.

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