Die Staats- und Regierungschefs der EuropĂ€ischen Union haben im Irankrieg einen vorlĂ€ufigen Stopp von Angriffen auf Energie- und Wasserversorgungsanlagen gefordert. Beim Gipfeltreffen in BrĂŒssel riefen die die EU-Staaten zudem alle Parteien "zur Deeskalation und zu gröĂtmöglicher ZurĂŒckhaltung, zum Schutz der Zivilbevölkerung und der zivilen Infrastruktur sowie zur uneingeschrĂ€nkten Achtung des Völkerrechts" auf. Der Iran wird aufgefordert, fĂŒr ein âEnde des Konflikts zu sorgen, indem er auf sein umstrittenes Atom- und Raketenprogramm verzichtet.
Von einem konkreten Einsatz in der StraĂe von Hormus ist in der ErklĂ€rung nicht die Rede. Die EU-Staaten begrĂŒĂten die AnkĂŒndigungen von Mitgliedsstaaten, die StraĂe von Hormus abzusichern, "sobald die Voraussetzungen dafĂŒr erfĂŒllt sind". Um welche Voraussetzungen es sich handelt, wurde in der ErklĂ€rung nicht erlĂ€utert. Der EuropĂ€ische Rat forderte die VerstĂ€rkung der EU-Marinemissionen Aspides und Atalanta, die im Roten Meer und vor der KĂŒste Somalias im Einsatz sind. Dazu sollten "zusĂ€tzliche Mittel im Einklang mit ihren jeweiligen Mandaten" bereitgestellt werden, hieĂ es.
US-PrĂ€sident Donald Trump hatte zuvor wiederholt unter anderem die Nato-BĂŒndnispartner aufgerufen, sich an der Sicherung der StraĂe von Hormus zu beteiligen, damit etwa Ăltanker sicher durch die Meerenge eskortiert werden können. Mehrere VerbĂŒndete der USA teilten jedoch mit, sie hĂ€tten keine unmittelbaren PlĂ€ne, Schiffe zu entsenden, um den Seeweg wieder befahrbar zu machen. Bundeskanzler Friedrich âMerz hatte einen Einsatz der âBundeswehr ausgeschlossen, solange der Krieg zwischen âden USA, Israel und dem Iran andauert.
Kritik an israelischer Siedlungspolitik
Die EU mahnt Israel zur ZurĂŒckhaltung beim militĂ€rischen Vorgehen im Libanon und bei der Siedlungspolitik im besetzten Westjordanland. Die Versuche, die Siedlungen auszuweiten, werden in der GipfelerklĂ€rung entschieden verurteilt. Zudem sollten weitere EU-Sanktionen gegen gewalttĂ€tige jĂŒdische Siedler erwogen werden. Im Libanon werden die Angriffe der âHisbollah auf Israel verurteilt. Gleichzeitig wird die Regierung in Jerusalem aufgefordert, eine weitere Eskalation zu vermeiden und die territoriale IntegritĂ€t des Libanon zu wahren.
Angesichts möglicher Fluchtbewegungen infolge des Irankriegs mahnen die Staats- und Regierungschefs der EU zu Wachsamkeit. Die EU sei bereit, "ihre diplomatischen, rechtlichen, operativen und finanziellen Instrumente in vollem Umfang zu mobilisieren, um unkontrollierte Migrationsbewegungen in die EU zu verhindern", heiĂt es in der GipfelerklĂ€rung. Die Sicherheit und die Kontrolle der AuĂengrenzen der EuropĂ€ischen Union wĂŒrden "weiter verstĂ€rkt". Bislang gebe es durch den Irankrieg aber keine unmittelbare Migrationsbewegung in Richtung EuropĂ€ischer Union.