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Experten: Neue Phase im Ukraine-Krieg – Drohnen schwächen Russland

Experten: Neue Phase im Ukraine-Krieg – Drohnen schwächen Russland
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Kiew/Moskau – Russlands Krieg gegen die Ukraine tritt laut „Institute for the Study of War“ (ISW) in eine „neue Phase“ ein. Die Experten sehen eine „einzigartige und zeitlich begrenzte Chance“ für Kiew, die Situation „auszunutzen, solange die russischen Streitkräfte verwundbar sind“. Zugleich rät das ISW den Partnern, ihre Unterstützung auszuweiten – das könne Putin dazu bewegen, „seine Herangehensweise an diesen Konflikt zu überdenken“. Dennoch betonen die Analysten, der Krieg bleibe weiterhin „dynamisch und keineswegs entschieden“.

Mehrere Entwicklungen zeigen die neue Lage:

  • Die Ukraine hat laut ISW in manchen Frontabschnitten ihre „Drohnenüberlegenheit zurückgewonnen“ und kann russische Kräfte tief im Hinterland treffen. Ein zentraler Faktor ist die Kampfdrohne „Hornet“, die über 150 Kilometer Reichweite verfügt. Laut ISW trifft sie Tankwagen und Versorgungskonvois noch dutzende Kilometer hinter der Frontlinie.
  • Der Vormarsch der russischen Streitkräfte verlangsamt sich deutlich. Russische Streitkräfte können immer seltener die Frontlinie durchbrechen, so das ISW. 2025 eroberten sie im Schnitt noch „13,2 Quadratkilometer pro Tag“. Anfang 2026 fiel dieser Wert auf nur noch „2,9 Quadratkilometer pro Tag“. Die russischen Geländegewinne würden sich inzwischen „dem Nullpunkt“ nähern, schreiben die Analysten des ISW.
  • Gleichzeitig wagt die Ukraine wieder mechanisierte Gegenangriffe: Bei Oleksandriwka und Borowa seien gepanzerte Fahrzeuge mehrere Kilometer hinter „russische Stellungen“ vorgedrungen – ein Vorstoß, der noch 2025 „kategorisch unmöglich“ gewesen wäre, weil größere Bewegungen sofort aufgeklärt und bekämpft worden wären.

Experte warnt vor zu viel Euphorie

Militärexperte Gustav Gressel bremst die Euphorie. Er betont, dass „wir erst in einigen Monaten sehen“, ob die aktuelle Situation „wirklich ein Trendbruch“ ist. Zugleich habe die Ukraine Fortschritte erzielt, insbesondere bei „Drohnenangriffen weit hinter der Front (30–150 km), die russischen Nachschub erschweren, Reserven angreifen und hochwertige Systeme ausschalten“, so Gressel zu BILD. Sein Fazit: „Es gibt also Grund zum Optimismus, aber das soll nicht zur Untätigkeit verleiten.“

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