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Gesamtmetall-Präsident warnt: Branche könnte weitere 300.000 Jobs verlieren

Gesamtmetall-Präsident warnt: Branche könnte weitere 300.000 Jobs verlieren
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Berlin – Arbeitgeber schlagen Alarm! Die Lage in der Metall- und Elektroindustrie sei „dramatisch“. Gesamtmetall-Präsident Udo Dinglreiter (56) warnt jetzt vor einem gewaltigen Stellen-Kahlschlag! Schon seit 2019 seien rund 300.000 Jobs verloren gegangen. Die Zahl der Beschäftigten liege inzwischen bei unter 3,8 Millionen. Doch das könnte erst der Anfang des Abbaus sein: „Wir laufen Gefahr, weitere 300.000 zu verlieren“, sagte Dinglreiter dem „Handelsblatt“.

Und weiter: Das wären dann noch weniger Arbeitsplätze in der Metall- und Elektroindustrie „als zum tiefsten Stand nach der Wiedervereinigung“. Fakt ist: Zur Branche gehört ein Großteil der deutschen Industrie.

Dinglreiter bezeichnete vor diesem Hintergrund die zuletzt deutlich gestiegenen chinesischen Investitionen in die EU als „besorgniserregend“ für Deutschland, da der Großteil nicht zu uns, sondern in andere EU-Länder fließe. „So entstehen die Arbeitsplätze nicht hier, dafür aber neue Wettbewerber mit günstigeren Konditionen und Marktzugang.“

Maschinenbauer fordern harte Haltung von Reiche

Der Verbandspräsident fordert die Bundesregierung auf, nun „dringend“ ein Paket umzusetzen, das die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft verbessert. Andernfalls „werden weiter Arbeitsplätze abgebaut, mehr Prozesse verlagert, weniger Steuern und Sozialabgaben bezahlt – das ist eine Spirale nach unten“.

Die deutschen Maschinenbauer haben Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) jetzt zu einer harten Haltung bei ihrem China-Besuch aufgefordert. Reiche müsse „unmissverständlich klarmachen, dass Europa systematische Wettbewerbsverzerrungen nicht länger hinnehmen wird“, sagte VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann (62) am Dienstag vor dem Abflug der Ministerin. „Eine künstlich niedrig gehaltene Währung, überhöhte Subventionen und politisch motivierte Exportkontrollen sind keine Kavaliersdelikte. Sie gefährden Europas Industrie“, fügte er hinzu.

„China greift deutsche Industrie frontal an“

Auch die Grünen forderten ein entschiedenes Vorgehen Reiches. Hintergrund ist ein verschärfter Wettbewerb gerade für den deutschen Maschinenbau, der sich mittlerweile auch in den bilateralen Handelszahlen niederschlägt: Deutsche Importe aus China sind im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,4 Prozent auf 43,5 Milliarden Euro gestiegen, während die Exporte nach China um 12,5 Prozent auf 18 Milliarden Euro einbrachen.

„China greift die deutsche Industrie, den Maschinenbau, den Mittelstand frontal an“, sagte der Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch (41) am Dienstag. „400.000 Jobs sind schon verloren. Deutschland steht im Zentrum des zweiten China-Schocks.“

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