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Horst Seehofer gibt Merz-Regierung Schuld am AfD-Hoch

Horst Seehofer gibt Merz-Regierung Schuld am AfD-Hoch
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Berlin – Erst muss sich Friedrich Merz (70, CDU) gegen Spekulationen um einen Kanzlertausch wehren. Schon kommt der nĂ€chste Nackenschlag: CSU-Ehrenvorsitzender Horst Seehofer (76) macht die von Merz gefĂŒhrte Bundesregierung fĂŒr das AfD-Hoch in Sachsen-Anhalt verantwortlich.

In einem Doppel-Interview des „SZ-Magazins“ mit Linken-Politiker Gregor Gysi (78) erklĂ€rt der frĂŒhere CSU-Vorsitzende, die derzeit 41 Prozent fĂŒr die AfD in Sachsen-Anhalt habe die Bundesregierung zu verantworten. Das, was die Parteifreunde in Sachsen-Anhalt jetzt erlebten, habe seine Quelle in Berlin, so Seehofer. „Ich war Heimatminister in der Bundesregierung. Der Sinn einer wirksamen Heimatpolitik ist, vor Ort die Strukturen so zu verĂ€ndern, von Schulen ĂŒber die ArbeitsplĂ€tze bis hin zu den KrankenhĂ€usern, dass die Menschen in ihrer Heimat bleiben. Da geschieht derzeit zu wenig“, sagte er.

Dieser Angriff kommt von einem Mann, der die Union jahrzehntelang geprĂ€gt hat. Seehofer geht klar auf Distanz. „Die Koalition muss sich endlich besinnen und ihre Pflicht tun – nicht Probleme nur beschreiben, sondern sie lösen. Und sofort aufhören, nur ĂŒber sich selbst zu reden. Der Bundeskanzler eingeschlossen.“ Nur bei der Selbstkritik des Kanzlers stimmt Seehofer zu. Merz habe richtigerweise eingerĂ€umt, der Stimmenzuwachs an den politischen RĂ€ndern liege auch an der Leistung der Regierung: „Weil wir nicht gut waren.“

Seehofer: Brandmauer zur AfD und Linken

Beim Thema Brandmauer kennt Seehofer kein Wackeln. „Der Beschluss steht und wird auch nicht jeden Tag diskutiert.“ Und weiter: „Ich wĂŒrde auch in Zukunft fĂŒr beide Richtungen, ganz rechts wie ganz links, ausschließen, mit denen zusammenzuarbeiten.“ Gysi hĂ€lt dagegen. „Die CDU im Osten hat sich inzwischen an uns gewöhnt, nach 35 Jahren. Die AfD ist der Union viel fremder.“ Man mĂŒsse an dem Unvereinbarkeitsbeschluss „nicht krampfhaft festhalten“. Seine Prognose: „Das Ding wird nicht halten.“

Herzprobleme brachten ihn Gysi nÀher

Politisch liegen beide weit auseinander. Persönlich aber verbindet sie eine Erfahrung. Gregor Gysi sagte dem „SZ Magazin“: „Wir waren Anfang der Nullerjahre in einer Ă€hnlichen Situation: Wir hatten ernsthafte Herzprobleme und Ă€hnliche Einsichten, wie man damit umgehen muss.“ Diese schwere Zeit habe sie einander nĂ€hergebracht. Als Freundschaft bezeichnen beide ihr VerhĂ€ltnis dennoch nicht. „Freundschaft in der Politik ist eine absolute Ausnahme“, so Seehofer.

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