Das israelische MilitĂ€r und die Hisbollah-Miliz im Libanon haben ihre gegenseitigen Angriffe in der Nacht fortgesetzt. Die vom Iran unterstĂŒtzte Miliz hat eigenen Angaben zufolge als Reaktion auf israelische Luftangriffe den israelischen MarinestĂŒtzpunkt in Haifa im Norden von Israel mit Raketen beschossen. Die israelischen StreitkrĂ€fte fingen mehrere Geschosse ab.
In den frĂŒhen Morgenstunden forderte Israel die Menschen in 16 Dörfern im Libanon auf, sich in Sicherheit zu bringen. In den betroffenen Orten wurden israelischen Berichten zufolge Sirenen ausgelöst, um die Menschen zu informieren. Wenig spĂ€ter meldete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA mehrere Tote. Ein vierstöckiges Wohnhaus in der ostlibanesischen Stadt Baalbek sei getroffen worden, berichtete die Agentur. Den Angaben zufolge suchen Rettungsteams noch nach VerschĂŒtteten.
Angriffe gegen den Iran
Auch der Iran und Israel haben sich in der Nacht angegriffen. In der Region um Tel Aviv waren Polizisten und BombenentschĂ€rfer wegen herabfallender TrĂŒmmerteile im Einsatz. Eine Frau wurde laut RettungskrĂ€ften leicht verletzt. Auch in Jerusalem wurden AFP-Reportern zufolge mehrere Explosionen wahrgenommen. Das israelische MilitĂ€r flog ebenfalls erneut Luftangriffe gegen den Iran. Die "breit angelegte Angriffswelle" habe unter anderem Abschussrampen und Luftabwehrsystemen gegolten. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete von Explosionen in der Hauptstadt Teheran.
"Es gibt heute kein einziges iranisches Schiff mehr im Arabischen Golf, in der StraĂe von Hormus oder im Golf von Oman", sagt der US-Kommandeur Brad Cooper in einem Video auf X. Das MilitĂ€r der USA hat seit Beginn der Angriffe laut eigenen Angaben 17 iranische Schiffe zerstört, darunter auch ein U-Boot. Insgesamt habe die US-Armee seit Beginn der Angriffe etwa 2.000 Ziele im Iran mit mehr als 2.000 Geschossen getroffen, sagte der Kommandeur.
Merz fordert Strategie fĂŒr Zukunft des Iran
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat nach âseinen GesprĂ€chen mit US-PrĂ€sident Donald Trump im WeiĂen Haus den Eindruck, dass die USA "keine wirklich ausformulierte Strategie ĂŒber die zukĂŒnftige zivile FĂŒhrung" des Iran haben. WĂ€hrend die USA von Anfang âan gesagt hĂ€tten, dass sie das Land nach Angriffen auf MilitĂ€rstrukturen dem âiranischen Volk ĂŒberlassen wĂŒrden, sei Israel stĂ€rker in die Zerstörung der Regimes verwickelt und stĂŒnde "vielleicht noch ein bisschen âmehr in der Verantwortung", die Frage nach der Zukunft des Iran zu beantworten, sagte Merz.
Merz hob in Washington, D. C. die Gemeinsamkeiten zwischen Deutschland und den USA mit Blick auf den Irankrieg hervor, bekrĂ€ftigte aber zugleich auch seine Sorge vor den wirtschaftlichen Folgen. Nachdem der US-PrĂ€sident die Regierungen von Spanien und GroĂbritannien wegen ihrer Haltung im Krieg mit dem Iran bei einem Pressetermin mit Merz öffentlich kritisiert hatte, nahm der Bundeskanzler die LĂ€nder hinter verschlossenen TĂŒren nach eigenen Angaben in Schutz.
Angriffe auf Golfstaaten
Der Iran hat nach Angaben der katarischen Regierung zwei Raketen auf Katar abgefeuert. Die Luftabwehrsysteme hĂ€tten eine der Raketen erfolgreich abgefangen, teilte das Verteidigungsministerium in Doha mit. Eine zweite ballistische Rakete traf demnach den US-MilitĂ€rstĂŒtzpunkt Al-Udeid, Opfer habe es keine gegeben. In Dubai löste ein Drohnenangriff ein Feuer in der NĂ€he des US-Konsulats aus. Die Regierung Kuwaits gab indes den Tod zweier Soldaten infolge iranischer Angriffe bekannt.
In Katar haben Behörden zehn mutmaĂliche Spione der iranischen Revolutionsgarde festgenommen. Sieben von ihnen hĂ€tten den Auftrag gehabt, Informationen ĂŒber die militĂ€rische Infrastruktur des Golfstaats zu sammeln, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur QNA. Drei weitere sollten demnach Sabotageakte verĂŒben. Sie hĂ€tten ihre Verbindung zur Revolutionsgarde eingerĂ€umt.
IAEA fordert Zugang zu Atomanlagen
Der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) zufolge gibt es derzeit keine Anzeichen dafĂŒr, dass der Iran eine Atombombe baut. Allerdings seien die groĂen VorrĂ€te an fast waffenfĂ€higem Uran und die Weigerung der Regierung, den Inspektoren vollen Zugang zu gewĂ€hren, Anlass zu groĂer Sorge, sagte IAEA-Chef Rafael Grossi. Solange das Regime in Teheran nicht bei der KlĂ€rung offener Fragen helfe, könne man nicht bestĂ€tigen, dass das Atomprogramm des Landes ausschlieĂlich friedlichen Zwecken diene.