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Janosch: Papa der Tigerente, wie wird man eigentlich 95?

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Teneriffa (Spanien) – Janosch, einer der beliebtesten deutschen Autoren aller Zeiten, wird 95 Jahre alt. FĂŒnfundneunzig. Eine Zahl wie aus einem seiner BĂŒcher. Wundervoll und ein bisschen unglaublich. Man möchte fast die Tigerente losschicken, um nachzusehen, ob das wirklich stimmt. Ob der Mann, der Generationen von Kindern beigebracht hat, dass Panama ĂŒberall sein kann, tatsĂ€chlich noch immer morgens um neun aufwacht und in den Himmel ĂŒber Teneriffa blinzelt.

Sein Start in unserer Welt, die er mit seinen Geschichten so unglaublich bereichert hat, war allerdings kein MĂ€rchen. „Ein einziger großer Jammer“, schrieb er einmal ĂŒber seine Kindheit. „Sie bestand aus SchlĂ€gen bis zur Bewusstlosigkeit, Zigarettenqualm und ‚vollgekotzter Wohnung‘.“

Janoschs Vater war SĂ€ufer und Nazi

Sein Vater war ein SĂ€ufer, SchlĂ€ger, Nazi, benannte seinen Sohn nach SA-SturmfĂŒhrer Horst Wessel. Die Welt des kleinen Horst Eckert, so sein bĂŒrgerlicher Name, war ein Ort der Angst. Vielleicht musste gerade er, der so viel Dunkelheit erlebt hat, spĂ€ter deshalb so viel Licht erfinden.

1978 erschien „Oh, wie schön ist Panama“. Ein schmales Buch, ein großer Trost. Zwei Freunde machen sich auf den Weg ins GlĂŒck – und finden am Ende das, was sie gesucht haben, genau dort, wo sie gestartet sind. Klingt einfach? TrĂ€gt aber eine ganze Lebensphilosophie in sich.

Millionen Kinder lieben seine Geschichten

Über 150 KinderbĂŒcher hat Janosch geschrieben und illustriert, sie wurden in mehr als 40 Sprachen ĂŒbersetzt. Seine Figuren sind lĂ€ngst WeltbĂŒrger geworden, ihr schönster Rat: FĂŒrchte dich nicht. Geh los. Und nimm deinen besten Freund mit.

Janosch hat Millionen Kindern gezeigt, dass Freundschaft stĂ€rker ist als Angst, dass Heimat nicht auf der Landkarte liegt und, dass man manchmal um die ganze Welt reisen muss, um zu erkennen, dass das GlĂŒck schon vor der eigenen TĂŒr wartet.

So beschreibt Janosch seinen Alltag

Schon 1980 zog Janosch nach Teneriffa. ZunĂ€chst zur Erholung von einer Krankheit, bald fĂŒr immer. Wie er dort, in den Bergen mit fantastischem Meerblick seinen Alltag verbringt, beschrieb er BILD zu seinem 85. Geburtstag: „Ich wache um 9 Uhr auf. FrĂŒhstĂŒck. Warten, ob mir einfĂ€llt, was ich danach tun wĂŒrde, in dem Fall, dass ich etwas tun wollte, das kam jedoch noch nie vor. Also sitze ich meistens nur und so. Manchmal gehe ich auch angeln, brate die Fische und trinke Wein. Und dann ist der Tag vorbei.“

So spricht nur einer, der sein GlĂŒck gefunden hat. In Janoschs Fall ist das Ines, seine langjĂ€hrige LebensgefĂ€hrtin, Hochzeit 2021. Mit ihr genießt er die Abstinenz des Rampenlichts, die er bereits 2010 ankĂŒndigte: „Ich will fortan nur noch reisen und in der HĂ€ngematte liegen.“ Jetzt lĂ€sst er BILD ausrichten: „Das ist mir gelungen.“

Herzlichen GlĂŒckwunsch, lieber Herr Janosch. Wir hoffen, Sie schauen noch lange von Ihrer HĂ€ngematte aus raus aufs Meer und genießen Wein und Fisch.

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