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Kanzler Merz ermahnt Ministerin Reiche in Debatte um Spritpreise

Kanzler Merz ermahnt Ministerin Reiche in Debatte um Spritpreise

Nach deren öffentlicher Kritik an der SPD ruft Bundeskanzler Friedrich Merz seine Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (beide CDU) zur MĂ€ĂŸigung auf. "Der Bundeskanzler ist befremdet ĂŒber den öffentlichen Schlagabtausch und mahnt Ministerin Reiche zur ZurĂŒckhaltung", zitieren die Nachrichtenagenturen dpa und Reuters ĂŒbereinstimmend eine nicht nĂ€her genannte Quelle aus dem Umfeld des Bundeskanzlers.

Zur Energiepolitik habe es in einem MinistergesprĂ€ch am Donnerstag eine klare Verabredung gegeben. Danach sei es das Ziel, VorschlĂ€ge einvernehmlich zu erarbeiten. "Der Bundeskanzler hat dazu seine Vorstellungen genannt. Die zustĂ€ndigen HĂ€user sollten Vorbereitung fĂŒr den Fall treffen, dass die Benzinpreise weiter und dauerhaft steigen", heißt es aus dem Umfeld des Kanzlers weiter. 

Die öffentliche NervositĂ€t sei verstĂ€ndlich, aber die Koalition könne jetzt nur zu BeschlĂŒssen kommen, wenn sie vertrauensvoll und ruhig zusammenarbeite. Merz mahne die KoalitionĂ€re zur Geschlossenheit. Es gehe jetzt um das Land, nicht um Parteibefindlichkeiten.

Reiche attackierte SPD

Reiche hatte zuvor in einem Interview mit Welt TV unter anderem gesagt: "Der Koalitionspartner ist in den letzten Wochen damit aufgefallen, VorschlĂ€ge zu unterbreiten, die teuer, wirkungsschwach und verfassungsrechtlich fragwĂŒrdig sind." Einer Übergewinnsteuer fĂŒr Mineralölkonzerne – wie von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) vorgeschlagen – erteilte sie eine "klare Absage".

Die Sozialdemokraten warfen Reiche daraufhin koalitionsschĂ€digendes Verhalten vor. "Die Einlassungen von Bundeswirtschaftsministerin Reiche sind sehr befremdlich", sagte SPD-ParlamentsgeschĂ€ftsfĂŒhrer Dirk Wiese der . Sie stellten "massiv das Miteinander dieser Koalition infrage", sagte er weiter. "Man hat den Eindruck, die Ministerin Reiche ist leider bis heute nicht im Amt angekommen." Insbesondere in dieser Woche sei die Wirtschaftsministerin nur dadurch aufgefallen, "dass sie die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger an der Tankstelle nicht entlasten will". Das sei mit der SPD aber nicht zu machen.

Sebastian Roloff, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, warf Reiche im GesprÀch mit dem "blindes Vertrauen in einen offensichtlich dysfunktionalen Markt" vor. Reiche sehe sich als "Verteidigerin der Krisengewinne der Mineralölkonzerne". Es sei okay, einzelne VorschlÀge kritisch zu sehen. Aber "völlige Ideen- und Tatenlosigkeit" werde Reiches Rolle als Ministerin nicht gerecht, sagte Roloff. 

Reiche nicht bei Krisengipfel im Finanzministerium

Im Bundesfinanzministerium traf Klingbeil an diesem Freitag Vertreter von WirtschaftsverbĂ€nden und Gewerkschaften sowie die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer zum Krisengipfel. Es habe einen "konzentrierten, konstruktiven und ergebnisorientierten Austausch ĂŒber Maßnahmen in der aktuellen Krise und zur generellen StĂ€rkung der WettbewerbsfĂ€higkeit des Standorts Deutschland" gegeben, sagte ein Sprecher.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa war auch Reiche zu dem Spitzentreffen eingeladen, sagte aber aus TermingrĂŒnden ab. Stattdessen gab sie im Wirtschaftsministerium eine ErklĂ€rung ab. Sie plĂ€diere fĂŒr Maßnahmen, die ökonomisch sinnvoll, zielgerichtet und haushaltsschonend seien, sagte Reiche dort.

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