Madrid â Der Korruptionsskandal in Spanien weitet sich immer weiter aus. Die Polizei hat die Zentrale der regierenden Sozialistischen Partei PSOE von Premierminister Pedro SĂĄnchez durchsucht. Ziel des gerichtlich angeordneten Einsatzes sei es gewesen, Informationen ĂŒber eine mögliche illegale Parteifinanzierung zu sammeln. FĂŒr den ohnehin schon angezĂ€hlten Premier dĂŒrfte die Luft immer dĂŒnner werden.
Die spanischen Sozialisten rutschen damit immer weiter in einen Korruptions-Sumpf. Gegen Ex-MinisterprĂ€sident JosĂ© Luis RodrĂguez Zapatero (65) laufen bereits Ermittlungen. Laut dem spanischen Nationalen Gerichtshof soll es dabei vor allem um wirtschaftliche Vorteile fĂŒr Zapatero und sein Umfeld gegangen sein.
Sånchez-VorgÀnger im Visier der Ermittler
Im Zentrum steht ein Corona-Rettungskredit fĂŒr die kleine Airline Plus Ultra: 2020 erhielt sie 53 Millionen Euro Staatshilfe, obwohl sie als wirtschaftlich unbedeutend galt. Jetzt besteht der Verdacht, dass die Entscheidung politisch beeinflusst wurde. Zapatero soll diesen Deal als Berater eingefĂ€delt und dafĂŒr 2 Millionen Euro erhalten haben. Zudem werfen Kritiker ihm enge Kontakte zur korrupten sozialistischen Diktatur Venezuelas vor.
Zapatero weist alle VorwĂŒrfe zurĂŒck, dennoch griff die Justiz bereits hart durch: Sein BĂŒro in Madrid wurde von einer Spezialeinheit durchsucht. Dabei stellten die Beamten Festplatten und Unterlagen sicher. Besonders brisant ist der Fund im Tresor: Schmuck, Uhren und LuxusgegenstĂ€nde, darunter diamantĂŒberzogene Ketten, Ringe und Armreifen. Die SekretĂ€rin erklĂ€rte, der Schmuck stamme aus einem Erbe von Zapateros Ehefrau.
Zehntausende fordern SĂĄnchez-RĂŒcktritt
Der aktuelle Sozialisten-Premier SĂĄnchez stellte sich zunĂ€chst hinter seinen Genossen Zapatero. Doch der Druck auf ihn persönlich wĂ€chst. In Madrid gingen am Wochenende Zehntausende auf die StraĂe und forderten seinen RĂŒcktritt. Die Demonstranten trugen spanische Flaggen und Transparente mit Aufschriften wie âRĂŒcktritt der sozialistischen Mafiaâ.