Moskau â Es ist ein Zeichen fĂŒr tiefe innere Spannungen im Kreml: Russlands Finanzbeamte warnen Wladimir Putin (73) vor dem Kollaps der Staatskasse. Die Ukraine-Kriegsausgaben seien nicht mehr bezahlbar, so das dringende Warnsignal aus dem Finanzministerium und der Zentralbank. Offizielle Berater haben dem PrĂ€sidenten bereits vorgeschlagen, die RĂŒstungsausgaben zu senken. Doch das Verteidigungsministerium wehrt sich massiv. Eine gefĂ€hrliche Spaltung an der Spitze der Macht.
Die Zahlen sind dramatisch: Das Haushaltsdefizit ist auf Rekordniveau. In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 fehlen bereits 5,9 Billionen Rubel (etwa 70,5 Milliarden Euro). Das Verteidigungsministerium rechnet mit einem Finanzierungsloch von bis zu 3 Billionen Rubel (rund 36 Milliarden Euro) nur fĂŒr dieses Jahr. Und es fordert noch mehr Geld â nicht weniger. Putin selbst hat angewiesen, dass andere Budgetbereiche zuerst gekĂŒrzt werden sollen, nicht die RĂŒstung. Eine klassische Verzögerungstaktik.
Russlands Wirtschaft stottert
Klar ist: Putins Kriegsmaschinerie zermĂŒrbt Russlands Wirtschaft. Die Wachstumsprognose fĂŒr 2026 wurde gerade auf magere 0,4 Prozent herabgesetzt â statt der geplanten 1,3 Prozent. Das erste Quartal zeigte es bereits: Zum ersten Mal in drei Jahren brach Russlands Wirtschaft ein. Die Inflation bleibt hartnĂ€ckig hoch, der Bankensektor ist ĂŒberfordert.
Finanzminister Anton Siluanov sagte im Mai unmissverstĂ€ndlich: Es brauche âeine gewisse Sparsamkeitâ bei den öffentlichen Ausgaben. âReserven sind nicht endlos. SchwĂ€che in den Finanzen können wir in diesem Kontext nicht tolerieren.â
Sanktionen gegen Russland wirken
Als Putin die Invasion der Ukraine 2022 begann, hatte Russland noch massive finanzielle Reserven. Mittlerweile sind diese um 40 Prozent geschrumpft. Die Sanktionen wirken: Ăl- und Gaseinnahmen sind eingebrochen. Selbst wenn die Ălpreise ĂŒber 100 Dollar pro Barrel bleiben, wird es nicht ausreichen, um Russlands strukturelle Wirtschaftsprobleme zu lösen.