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Lehrer schlagen Alarm: An Schulen gibt es zu leicht ein Einser-Abitur!

Lehrer schlagen Alarm: An Schulen gibt es zu leicht ein Einser-Abitur!
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Berlin – Deutschlands Gymnasiallehrer schlagen Alarm und fordern strengere Regeln für das Abitur. Der Deutsche Philologenverband (DPhV), der die Interessen der Lehrer vertritt, kritisiert sowohl die geltenden Regeln zum Bestehen der Allgemeinen Hochschulreife als auch die Notenschlüssel für gute und sehr gute Leistungen. Heißt: Das Abi gibt es demnach teilweise schon für Schmalspur-Kenntnisse in wichtigen Hauptfächern – Bildung light!

Nach den aktuellen Vorgaben der Kultusministerkonferenz (KMK) können Schüler trotz dauerhafter Schwächen in einem Kernfach zum Abitur zugelassen werden. So ist es möglich, über die gesamte Oberstufe hinweg in einem Fach wie Mathematik oder Deutsch unter der Bestehensgrenze zu bleiben, solange die Defizite durch bessere Leistungen in anderen Fächern ausgeglichen werden.

Top-Abschlüsse werden zu einfach vergeben

Zudem stößt sich der Verband an den geltenden Notenschwellen im Abitur. Abiturprüfungen gelten bereits ab 45 Prozent der erreichbaren Leistung als bestanden. Eine 1− wird ab 85 Prozent der Punkte vergeben, eine 1,0 ab 90 Prozent.

DPhV-Bundesvorsitzende Susanne Lin-Klitzing kritisiert in BILD: „Die Politik dreht an der Notenschraube. Es ist politisch gewollt, gute Noten für weniger Leistung zu geben. Mutmaßlicher Grund: Die Durchfallquoten sollen gering gehalten und bessere Abschlüsse vergeben werden. Das Ergebnis für den Bildungsstandort Deutschland ist aber verheerend: weniger Anspruch, weniger Leistung, dafür mehr Durchschnitt und weniger Exzellenz.“

BILD fragte bei der KMK nach. Wie kam es zu den aktuellen Regeln? „Die Länder haben sich auf diese Grenze in einem einstimmigen Beschluss verständigt. Die Bewertungstabelle steht in Zusammenhang mit dem gemeinsamen Abituraufgabenpool, um einen einheitlichen Bewertungsmaßstab über alle Länder hinweg zu sichern“, so ein Sprecher.

Lehrer: Hälfte der Kurse in jedem Fach bestehen

Der Verband fordert nun, dass die Regeln für Bildung an Schulen durch die Bildungsministerien der Länder nachgeschärft werden sollen. Anlass: die Bildungsministerkonferenz am 11./12. Juni in Bayern. Künftig solle in jedem belegten Fach mindestens die Hälfte der eingebrachten Kurse bestanden sein. Außerdem spricht sich der DPhV dafür aus, dass Abiturprüfungen erst ab 50 Prozent der erreichbaren Leistung als bestanden gelten.

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