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Mehr als 250 Tote nach israelischen Angriffen im Libanon

Mehr als 250 Tote nach israelischen Angriffen im Libanon

Am ersten Tag nach der Vereinbarung einer Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran hat die israelische Armee ihre Angriffe im Libanon verstĂ€rkt. Mindestens 254 Menschen wurden dem libanesischen Zivilschutz zufolge getötet und 1.165 verletzt. ZunĂ€chst war ĂŒber 180 Tote berichtet worden. Die Hauptstadt Beirut erlebte die heftigsten Angriffe seit Beginn des Krieges zwischen Israel und der radikalislamischen Hisbollah-Miliz. Die Zahl der Toten könne dem Ministerium zufolge weiter steigen. Libanons KrankenhĂ€user waren nach dem Großangriff ĂŒberfĂŒllt.

Eine kurze Erleichterung unter den Menschen im Libanon nach der Vereinbarung der Waffenruhe war in Panik umgeschlagen, als das israelische MilitĂ€r seinen nach eigenen Angaben grĂ¶ĂŸten koordinierten Angriff im Krieg gegen die vom Iran unterstĂŒtzte Hisbollah-Miliz startete. Innerhalb von zehn Minuten wurden laut Israels MilitĂ€r mehr als 100 Ziele der schiitischen Hisbollah in Beirut, im SĂŒdlibanon und im östlichen Bekaa-Tal angegriffen.

Nach der Serie von gleichzeitigen Angriffen auf Viertel in Beirut am Nachmittag flog die israelische Armee auch am Abend Angriffe, darunter auf ein GebĂ€ude im Gebiet Tallet El-Chajat. Dort stĂŒrzte nach Angaben eines AFP-Fotografen ein WohngebĂ€ude teilweise ein. Mehrere Angriffe trafen wĂ€hrend der Hauptverkehrszeit das Zentrum von Beirut. Staatlichen libanesischen Medien zufolge griff Israel am Abend auch Beiruts sĂŒdliche Vororte an.

Tag der Trauer im Libanon

Der libanesische MinisterprĂ€sident Nawaf Salam erklĂ€rte den Donnerstag zum Tag der Trauer "fĂŒr die MĂ€rtyrer und Verwundeten der israelischen Angriffe", die sich "gegen Hunderte unschuldiger, wehrloser Zivilisten" gerichtet hĂ€tten. Öffentliche Verwaltungen sollten geschlossen und Flaggen auf Halbmast gesetzt werden. Alle politischen und diplomatischen Ressourcen des Libanon wĂŒrden mobilisiert, "um die israelische Tötungsmaschine zu stoppen".

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hatte zuvor gesagt, die israelischen StreitkrĂ€fte hĂ€tten landesweit "einen Überraschungsangriff auf Hunderte Hisbollah-Mitglieder ausgefĂŒhrt". Es sei "der schwerste Schlag, den die Hisbollah seit der Operation 'Beepers' erlitten hat", sagte Katz. Er bezog sich dabei auf Israels Angriffe im September 2024, bei denen Pager und Walkie-Talkies Hunderter Hisbollah-Mitglieder im Libanon explodierten, mehr als 2.700 Menschen wurden damals verletzt und mehr als neun getötet.

Nach mehr als fĂŒnf Wochen Krieg hatten sich die USA und der Iran am Dienstag auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. Israel und die USA sind der Ansicht, dass die Waffenruhe nicht, wie von Vermittler Pakistan angekĂŒndigt, fĂŒr den Libanon gilt. Der Iran sieht das anders und macht die Öffnung der Straße von Hormus vom Stopp der Angriffe auf den Libanon abhĂ€ngig.

Empörung ĂŒber Tötungen in dicht besiedelten Gebieten

Frankreichs PrĂ€sident Macron drĂ€ngte Trump und den iranischen PrĂ€sidenten Massud Peseschkian in Telefonaten dazu, die Waffenruhe auf den Libanon auszuweiten. Dies sei aus seiner Sicht eine "notwendige Voraussetzung" dafĂŒr, dass sie "glaubwĂŒrdig und dauerhaft" sei, schrieb Macron im Onlinedienst X. Frankreich wolle "seinen vollen Beitrag" zur Schaffung eines "stabilen und dauerhaften Friedens" im Nahen Osten leisten.

Der UN-Menschenrechtskommissar Volker TĂŒrk zeigte sich angesichts der Angriffe im Libanon entsetzt. "Das Ausmaß der Tötungen und der Zerstörung heute im Libanon ist schlichtweg grauenhaft", sagte TĂŒrk. "Ein solches Blutbad, nur wenige Stunden nach der Vereinbarung eines Waffenstillstands mit dem Iran, ist kaum zu fassen", fĂŒgte er hinzu.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz Ă€ußerte sich "empört ĂŒber den verheerenden Tod und die Zerstörung" in dicht besiedelten Gebieten im Libanon. Der Notfallkoordinator der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen im Libanon, Christopher Stokes, sagte, "diese wahllosen Angriffe auf dicht besiedelte Gebiete sind völlig inakzeptabel". Er forderte, die "unablĂ€ssigen Angriffe auf Zivilisten" sowie die "wiederholten Vertreibungen von Menschen" mĂŒssten aufhören.

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