Berlin â Das miese Renten-Spiel mit Beamten! Bundesarbeitsministerin BĂ€rbel Bas (58, SPD) fordert, Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. Doch ausgerechnet die Deutsche Rentenversicherung sieht darin laut internen Unterlagen, die BILD vorliegen, keinen finanziellen Vorteil.
Bas sagte bei der âRheinischen Postâ ĂŒber die unterschiedliche Altersversorgung von Angestellten und Beamten: âWir brauchen ein gemeinsames System, wenn man eine groĂe Reform haben will.â Die Einbeziehung von Beamten sei fĂŒr die Rentenkasse attraktiv: âWenn alle einzahlen, dann hĂ€tten wir mehr im Topf und der Staat muss nicht so viel zuzahlen.â Allerdings mĂŒssten alle BundeslĂ€nder âdabei mitmachenâ. Denn die meisten Beamten arbeiten im öffentlichen Dienst der LĂ€nder (70 Prozent der 2 Millionen Beamten). Im Bund sind es nur 20 Prozent, bei den Kommunen 10 Prozent.
Keine dauerhafte Entlastung der Rentenkasse
Rettet es also wirklich die Rentenkasse, wenn die Beamten dort einzahlen und nicht lĂ€nger ihre Pensionen aus den Steuergeldern bekommen? Gundula RoĂbach (62), PrĂ€sidentin der Deutschen Rentenversicherung, widerspricht. Sie kam Ende Mai zum Wirtschaftsrat der CDU und zeigte dort bei einer Sitzung der Arbeitsgruppe Staatsfinanzen ein brisantes Papier: Die Ăbernahme von Beamten wird darin unter dem Punkt âZahl der Beitragszahler erhöhenâ aufgefĂŒhrt. Diese MaĂnahme wĂŒrde zwar die Einnahmen erhöhen, allerdings auch die Ausgaben.
Bedeutet: Die Rentenkasse wĂŒrde dadurch nicht dauerhaft entlastet. Lediglich am Anfang wĂŒrde es EinfĂŒhrungsgewinne geben. Grund: Die Umstellung âRente statt Pensionâ gilt nur fĂŒr alle Neu-Beamten. Damit zahlen sie zuerst ein, ohne dass es zu Ausgaben kommt. Doch das dicke Ende kommt dann: Beamte werden im Durchschnitt Ă€lter als andere Berufsgruppen, damit kassieren sie auch lĂ€nger Altersversorgung .
Dazu kommt: Der Wechsel von Beamten in die Rentenversicherung wĂŒrde die Haushalte von Bund und LĂ€ndern belasten. Neben den bestehenden Pensionsverpflichtungen mĂŒssten daraus RentenbeitrĂ€ge der Neu-Beamten finanziert werden.
Scharfe Kritik kommt vom Beamtenbund
Der Deutsche Beamtenbund (dbb) ist strikt gegen einen Wechsel in die Rentenkasse. Dessen Chef Volker Geyer sagte BILD: âHier werden mal wieder gezielt Vorurteile gegen Beamte geschĂŒrt und gefĂŒhlte Ungerechtigkeiten instrumentalisiert.â Alle bisherigen Regierungskommissionen hĂ€tten sich immer gegen eine Einbeziehung der Beamten in die Rentenkasse ausgesprochen.
Allerdings haben auch die Beamten ein hohes Interesse daran, weiter Pensionen statt Renten zu beziehen. Denn das durchschnittliche Ruhegehalt der 1,4 Millionen PensionĂ€re liegt bei 3416 Euro brutto im Monat. Den 18 Millionen Rentnern stehen im Monat nur 1400 Euro (MĂ€nner) und 955 Euro (Frauen) zur VerfĂŒgung.
Hier können Sie den Renten-Pensions-Vergleich mit Ihrem monatlichen Bruttoeinkommen machen: