Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) â Tapfer steht Dorina L. (31) jeden Verhandlungstag im Prozess gegen die mutmaĂliche Mörderin ihres Sohnes Fabian durch. Sie sitzt als NebenklĂ€gerin Auge in Auge mit Gina H. (30), der Freundin von Fabians Vater, der Frau, die den AchtjĂ€hrigen aus Eifersucht mit sechs Messerstichen getötet und seine Leiche in Brand gesetzt haben soll. Doch am Donnerstag wird Fabians Mutter erstmals nicht vor Gericht erscheinen.
Denn ab 9.30 Uhr sollen vor dem Landgericht Rostock vier Zeugen aussagen, deren Aussagen besonders belastend sein könnten. So wird der SachverstĂ€ndige fĂŒr das Textilgutachten befragt, ein Polizeibeamter fĂŒr die Auswertung der Funk- und Verbindungsdaten, ein Dekra-SachverstĂ€ndiger zu digitalen Aufzeichnungen des orangen Ford Ranger und ein SachverstĂ€ndiger fĂŒr die Auswertung von Blutspuren.
Richter sensibilisiert vor schwer zu ertragenden Fotos
Richter Holger SchĂŒtt richtete seine letzten Worte am Mittwochnachmittag daher an Fabians Mutter: âIch sage das auch in Ihre Richtung, Frau L. Wir werden morgen Bilder zu sehen bekommen, die auch etwas schwieriger zu ertragen sind. Das wird auch die nĂ€chsten Verhandlungstage betreffen.â Auch die Ăffentlichkeit solle sich daher vorher ĂŒberlegen, ob sie die gezeigten Bilder verkraften könne und tatsĂ€chlich am Prozess teilnehmen möchte.
Schon einmal musste Dorina L. grĂ€ssliche Bilder ertragen: ein Foto einer beinahe vollkommen verbrannten Sweatshirtjacke. Es war die Jacke, die Fabian an dem Tag trug, als er ermordet wurde. Als die Aufnahme gezeigt wurde, flossen bei Dorina L. die TrĂ€nen. Und als eine Polizistin die Auffindesituation von Fabian genauer beschrieb, verlieĂ sie weinend den Saal. Nach der eindrĂŒcklichen AnkĂŒndigung von Richter SchĂŒtt teilte Dorina L.s AnwĂ€ltin, Christine Habetha, deshalb mit, dass Fabians Mutter am nĂ€chsten Verhandlungstag nicht im Gericht erscheinen werde.