Berlin â Wird der Sprit bald wieder teurer? Verkehrsminister Patrick Schnieder (58, CDU) hat Erwartungen an eine VerlĂ€ngerung des Tankrabatts ĂŒber den 30. Juni hinaus eine Abfuhr erteilt. âDer Staat kommt irgendwann an die Grenze seiner Möglichkeitenâ, sagte er. Mit dem Tankrabatt senkte die Bundesregierung die Energiesteuern auf Diesel und Benzin ab 1. Mai um knapp 17 Cent pro Liter. Damit sollten die explodierenden Spritpreise durch die Energiekrise infolge des Irankriegs abgefedert werden. Geht der allerdings weiter und die Blockade der StraĂe von Hormus wird nicht komplett gelöst, steigen die Preise am 1. Juli wahrscheinlich wieder massiv an.
Schnieder verweist nun auf die Kosten von rund 1,6 Milliarden Euro fĂŒr die beiden Monate â und will kĂŒnftig höchstens den GĂŒterverkehr in den Blick nehmen. âDer hat groĂe Auswirkungen auf das, was wir im Alltag spĂŒren. Diese Preise werden weitergegeben, Lebensmittel und Waren des tĂ€glichen Bedarfs werden teuerâ, sagte er dem âHandelsblattâ.
Immer wieder Abzock-Versuche beim Tankrabatt
Der Tankrabatt brachte Entlastung, aber immer wieder auch Abzock-Versuche! Gleich zu Beginn musste sich das Bundeskartellamt einschalten, weil fast flĂ€chendeckend nicht der vergĂŒnstigte Steuersatz weitergegeben wurde. Experten bemĂ€ngelten zudem, dass die Ălkonzerne vor Inkrafttreten noch schnell einen Preis-Puffer einbauten. Eine Analyse des ADAC kam erst diese Woche zu dem Schluss, dass die zuletzt deutlich gefallenen Ălpreise erst stark verzögert an die Kunden weitergegeben wĂŒrden.
Auch die Bundesregierung war uneins, vor allem Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (52, CDU) fremdelte. âAn der ZapfsĂ€ule profitiert natĂŒrlich der Porsche-Cayenne-Fahrer genauso wie die Pflegekraft mit ihrem Clioâ, sagte sie zwei Wochen nach EinfĂŒhrung.
Immerhin: Schnieder widersprach BefĂŒrchtungen, dass es zu einem Kerosin- oder Kraftstoffmangel im Sommerreiseverkehr kommen könnte. Bei Benzin und Diesel seien die Bezugsquellen diversifiziert, Deutschland sei ânicht so abhĂ€ngig vom Nahen Ostenâ, sagte er.