Anholt (DĂ€nemark) â Vor wenigen Wochen wurde noch um Timmy gekĂ€mpft. Jetzt wird alles fĂŒr die Obduktion vorbereitet. Seit Samstag liegt der tote Buckelwal am Strand von Anholt. Ein Unimog zog den Kadaver mit Seilwinde aus dem Wasser, langsam, technisch, ohne Spektakel. Zwei Stunden spĂ€ter lag der 20-Tonnen-Körper im Sand â und blieb dort.
Seitdem rollen Maschinen an. Trecker bringen Stahlplatten, ein Radlader glÀttet den Untergrund. Der Strand wird stabilisiert, damit man arbeiten kann. Der Strand wird zum Obduktionstisch!
Jetzt geht es ums Aufschneiden
Am Donnerstag soll die Untersuchung von Timmy beginnen. Sechs Stunden sind angesetzt. Ziel ist es, die Todesursache zu klÀren oder zumindest verwertbare Hinweise zu sichern. Ob das noch möglich ist, wird sich zeigen.
Der Kadaver von Timmy ist stark aufgeblĂ€ht. Faulgase haben den Körper unter Druck gesetzt. Der erste Schnitt wird kein symbolischer Moment sein, sondern eine technische Notwendigkeit: Druck rauslassen, dann untersuchen. Knochen, Gewebe, mögliche Verletzungen. Vielleicht Reste von Netzen oder Plastik im Verdauungstrakt. FĂŒr Teile der Untersuchung muss ein Mensch in den Kadaver steigen. So nĂŒchtern ist das.
Und das Netz schaut weiter zu
WĂ€hrenddessen lĂ€uft der Livestream. Noch immer verfolgen viele Menschen die Szene aus der Ferne. Wo zuvor ĂŒber RettungsplĂ€ne, Schuldfragen und VersĂ€umnisse diskutiert wurde, sieht man jetzt Stahlplatten im Sand und einen reglosen Körper, der nicht mehr bewegt wird.
DĂ€nemark wirkt dabei deutlich unaufgeregter, als Deutschland es war. Kein Pathos, kein symbolisches Ăberhöhen. Ein Wal ist tot. Also wird untersucht. Am Donnerstag wird entschieden, was Timmy noch preisgibt.