Washington – Donald Trump (80) eröffnete Amerikas Jubelwochen zum 250. Jubiläum der USA mit einer Wahlkampf-Rede – vor großteils eigenen Anhängern. Der US-Präsident griff vor Zehntausenden zum Mikrofon: Zum Auftakt der zweiwöchigen Patrioten-Messe „Great American State Fair“ im Prachtpark der National Mall in Washington. Rund um den Unabhängigkeitstag am 4. Juli sollen dort alle 50 Bundesstaaten Patriotismus, Einheit und amerikanische Geschichte feiern.
Die Messe ist Teil der vom Weißen Haus organisierten Feierwochen („Freedom 250“). Geplant sind Überflüge, Konzerte, Ausstellungen, Essensstände und Spiele. Ein Riesenrad wurde errichtet. Veranstaltungschef Keith Krach schwelgte in Superlativen: Trump habe die „größte 250-Jahr-Feier der amerikanischen Geschichte“ versprochen – das werde geliefert. Vor dem Trump-Auftritt donnerten B-2-Tarnkappenbomber über die Menge. Sie erinnern vom Aussehen an ein Flugzeug des beliebten Superhelden Batman.
Trump feiert 250 Jahre USA – und sich selbst
Nach Flaggenparaden, Militärmärschen, Rockeinlagen, dem Getöse überfliegender Kampfjets und Lobeshymnen auf die Vereinigten Staaten ergriff Trump das Wort. Er behauptete, Amerika – vor zwei Jahren noch verlacht – werde rund um die Welt wieder respektiert. Er verkündete erneut den Sieg im Krieg gegen den Iran und eine kommende Ära des Friedens im ganzen Nahen Osten. Trump tönte über seine Errungenschaften in Superlativen. Er bejubelte das Schließen der US-Grenze und lobte Agenten der Abschiebebehörde ICE als „Helden“. Kernbotschaft: „Amerika ist zurück!“ Die Rede im Wahlkampfstil geriet aber polarisierend, als er oftmals politische Gegner verunglimpfte.
Chaos um Trumps Pool-Projekt
Die große Party wird von Rückschlägen und Zank überschattet. Im Zentrum steht der „Reflecting Pool“ vor dem Lincoln Memorial. Trump erklärte die Renovierung zum Prestigeprojekt. Doch daraus wurde ein peinlicher 16-Millionen-Dollar-Flop. Die neue Dichtungsbeschichtung und Farbe lösten sich vom Beckenboden. Eine Algenblüte färbte das Wasser giftgrün, tote Enten trieben. Trump beschuldigte „Vandalen“, legte aber keine Beweise vor. Nationalgardisten bewachten die Anlage. Die Posse kratzt jedenfalls an Trumps Image als Macher mit Bau-Erfahrung.
Statt der Trump-Rede war bei der „State Fair“ ursprünglich eine hochkarätige Konzertserie geplant. Doch kaum waren Musiker und Bands bekannt gegeben, sprang die Hälfte – darunter Young MC, Martina McBride und die Commodores – wieder ab. Sie wollten sich nicht politisch von Trump einspannen lassen.
Kritik an Trumps Ego-Festen
Der zuletzt wegen des unpopulären Iran-Kriegs in Umfragen abgerutschte Präsident sprang dann ein, als „Retter“: Als Startredner werde er mehr Menschen anlocken als selbst Elvis Presley auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Jedenfalls weit mehr als „all die zweitklassigen Musiker“ zusammen, wie er fauchte.
Die Kritik an Trumps 250-Jahr-Plänen reißt nicht ab! Der Tenor: Er mache aus einer Feier für alle Amerikaner eine riesige Selbstinszenierung, ein Patriotenfest vor allem für seine eigenen MAGA-Anhänger („Make America Great Again“). Der Vorwurf: Selbst an Amerikas rundem Geburtstag spalte der Präsident die Nation, statt sie rund um die Flagge zu vereinen.