Politik

Er nennt sich „Tiger“ und ist bald Präsident: Trump hat einen neuen Verbündeten

Er nennt sich „Tiger“ und ist bald Präsident: Trump hat einen neuen Verbündeten
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Bogotá (Kolumbien) – Er gilt als rechter Hardliner und als Bewunderer von US-Präsident Donald Trump (80). Jetzt wurde er zu Kolumbiens Präsidenten gewählt: Abelardo de la Espriella, ein 47-jähriger Rechtsanwalt, der sich als Anti-Establishment-Kandidat präsentierte und lange als Außenseiter galt. Nach Auszählung von 99,9 Prozent der Stimmen kam der Anwalt in der Stichwahl laut vorläufigen Angaben der Wahlbehörde auf rund 49,6 Prozent der Stimmen, sein linker Rivale Iván Cepeda (63) auf 48,7 Prozent.

Als er am Sonntagabend (Ortszeit) tatsächlich in das höchste Staatsamt des südamerikanischen Landes gewählt wurde, kam er gleich auf Trump zu sprechen: „Ich habe gerade vor ein paar Minuten mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten gesprochen. Er hat seine Unterstützung, seine Anerkennung unseres Siegs zum Ausdruck gebracht.“

De la Espriella hat auch US-Staatsbürgerschaft

Mit De la Espriellas Erfolg bei der Präsidentschaftsstichwahl erlebt Kolumbien einen scharfen Rechtsruck. Und das ist eine gute Nachricht für Trump, der ein schwieriges Verhältnis zum bisherigen linken Präsidenten Gustavo Petro (66) hat. Neben anderen rechtspopulistischen Präsidenten wie dem Argentinier Javier Milei (55) und dem Salvadorianer Nayib Bukele (44) bekommt Trump einen weiteren engen Verbündeten in Südamerika.

Der US-Präsident hatte im Wahlkampf für De la Espriella geworben und ihm seine „vollständige und totale Unterstützung“ ausgesprochen. Trump ist ein Vorbild für den Millionär, der auch die US-Staatsbürgerschaft hat.

Linker Präsident Petro gescheitert

Dabei profitierte er von der Enttäuschung der Kolumbianer über die politischen Eliten wie auch über die Linke. Petro war der erste linksgerichtete Staatschef in der Geschichte des Landes. Doch sein Versprechen, nach dem historischen Friedensschluss mit der einst mächtigen Guerillabewegung Farc das Land weiter zu befrieden und auch mit anderen bewaffneten Gruppen zu einer Aussöhnung zu kommen, konnte Petro nicht erfüllen. Die Gewalt eskalierte.

De la Espriella nennt sich „Tiger“

Der vierfache Familienvater verkündete, er habe „die Eier“, um das Land „mit harter Hand“ zu regieren. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP sagte er im Wahlkampf, er wolle eine 90-tägige Militärkampagne gegen in das Drogengeschäft verwickelte Banden führen. Dafür will er sich militärische Unterstützung von den USA und Israel besorgen. Wie der Präsident von El Salvador will De la Espriella auch Megagefängnisse bauen, in denen die Häftlinge von „Wasser und Brot“ leben sollen.

Der rechte Hardliner mit dem perfekt getrimmten Bart nennt sich selbst „Der Tiger“.

Er spricht gerne über Genitalien

Für den Einstieg in die Politik gab De la Espriella nach eigenen Angaben ein Luxusleben in seiner Wahlheimat Florenz (Italien) auf. Er präsentiert sich als Selfmade-Erfolgsgeschichte – und sagt, Kolumbien müsse von jenen geführt werden, die es zu Wohlstand gebracht hätten.

Kritiker stellten aber auch Fragen: Woher stammt sein Vermögen? Wen vertrat er früher als Anwalt? Denn: De la Espriella arbeitete mit ehemaligen Paramilitärs, Drogenhändlern und korrupte Politikern zusammen.

Mit seinen Äußerungen sorgte er zudem im Wahlkampf für Aufsehen. So gab er an, als Kind Feuerwerkskörper an Katzen gebunden zu haben. Später beteuerte er, nur einen Witz gemacht zu haben. Auch dass er immer wieder auf seine Genitalien zu sprechen kommt, finden viele nicht sehr geschmackvoll.

De la Espriella wird Präsident Petro am 7. August an der Staatsspitze ablösen.

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