Bethel (Ohio) – Über zwei Jahrzehnte arbeitete Chad Essert (44) in Berufen, in denen andere Menschen ihm blind vertrauten: Erst als Lehrer, dann als Polizeichef. In Kürze muss sich der Amerikaner vor Gericht verantworten. Die Vorwürfe wiegen schwer: Essert soll eine Schutzbefohlene 56-mal genötigt und die Minderjährige in 14 Fällen missbraucht haben. Dafür drohen dem Amerikaner maximal 280 Jahre Gefängnis!
Wie zahlreiche US-Medien berichten, ist der 44-Jährige Anfang Juni angeklagt worden. Die Taten sollen sich im Zeitraum 2005 bis 2010 ereignet haben. Damals war der Beschuldigte als Lehrer am Scarlet Oaks Career Campus in Sharonville (Ohio) tätig. Das Opfer soll 12 Jahre alt gewesen sein, als das sogenannte Grooming begann. Dabei nehmen Pädokriminelle gezielt Kontakt zu Minderjährigen auf, um sie später sexuell zu missbrauchen.
Ein äußerst fragwürdiger Polizeichef
Warum der Angeklagte die Schule verließ und Cop wurde, ist nicht geklärt. Bekannt ist: Chad Essert arbeitete an mehreren Revieren, bis er im Oktober 2021 zum Polizeichef des 2500-Einwohner-Städtchens Bethel ernannt wurde. Aus heutiger Sicht eine äußerst fragwürdige Wahl.
Denn Essert flog bei drei von sechs Jobs im Polizeidienst raus. In Elmwood wurde er suspendiert, weil er eine Kollegin belästigt hatte. In Brown County gab es Unstimmigkeiten bei den Bewerbungsunterlagen, Essert musste gehen. Trotzdem kam er in Fayetteville unter, wo er nach einem Fall von häuslicher Gewalt vor die Tür gesetzt wurde. In Bethel wurde die Vergangenheit des neuen Polizeichefs angeblich nicht überprüft.
Gegen XXL-Kaution käme Essert frei
Die kleine Gemeinde will den aktuell noch beurlaubten Cop so schnell wie möglich loswerden. Bürgermeister Dee Noble II. sagte dem Lokalsender WXIX: „Das ist eine sehr schwere Zeit für unser Dorf.“ Essert habe „insbesondere den anderen Polizisten großen Kummer bereitet“.
Bis zum Prozess sitzt Chat Essert im Gefängnis von Clermont County. Sollte er eine Kaution in Höhe von 500.000 Dollar hinterlegen können, käme er frei. Allerdings müsste er aufgrund von Fluchtgefahr seinen Pass abgeben und dürfte keine Schusswaffen besitzen. Essert plädiert auf nicht schuldig.