Monaco – Schock an der Côte d’Azur: Bei der Detonation einer Bombe vor einer Luxusresidenz in Monaco wurde der ukrainische Milliardär Wadym Jermolajew (58) offenbar schwer verletzt – er soll um sein Leben kämpfen. Der Immobilien-Unternehmer, der zu den reichsten Männern der Ukraine zählt, wurde Berichten zufolge am Montagabend zusammen mit seiner Ehefrau Anna und seinem 13-jährigen Sohn von der Explosion eines mit Schrapnellen gefüllten Sprengsatzes erfasst. Anna Jermolajew (56) ist laut französischen Quellen am schwersten verletzt worden und ihr wurden Gliedmaßen, darunter auch die Beine, amputiert.
Die Familie hielt sich demnach im Eingangsbereich des Wohnkomplexes Sun’s Palace nahe der französischen Grenze auf. Laut „Le Figaro“ hatte ein bislang unbekannter Mann kurz vor der Explosion einen Rucksack am Eingang des Gebäudes abgestellt. In der Tasche befanden sich Muttern, Schrauben und Metallsplitter. Videoaufnahmen zeigen, wie der Mann die Tasche zurücklässt und kurz darauf vom Tatort davonrennt. Die Polizei fahndet nach ihm.
Jermolajew hatte seine Heimat nach Beginn des russischen Angriffskrieges verlassen und lebte zuletzt mit seiner Familie im Fürstentum Monaco. Sein Vermögen machte Jermolajew als Immobilienentwickler in der Millionenstadt Dnipro. Das berichtet die „Daily Mail“.
Fürst Albert spricht von „abscheulichem Verbrechen“
Mit seiner Alef-Gruppe investierte er außerdem unter anderem in die Wein- und Spirituosenproduktion auf der Krim. 2019 erhielt er die zyprische Staatsbürgerschaft, Ende 2023 belegte ihn die Ukraine mit Sanktionen und fror sein Vermögen ein. Vorwürfe der Geldwäsche weist der Unternehmer zurück.
Laut „Daily Mail“ gilt Jermolajew in Monte Carlo als schillernde Figur der High Society. Der Milliardär soll regelmäßig mit einem in der Ukraine zugelassenen Bentley rund um den Casino-Platz unterwegs gewesen sein. Zudem besaß er eine Superjacht unter ukrainischer Flagge. Auch eine streng gesicherte Villa im nahe gelegenen Saint-Jean-Cap-Ferrat gehört zu seinem Besitz. Mit seiner Ehefrau Anna – einer Zahnärztin, die sich in der Wohltätigkeit engagiert – hat er vier Kinder.
Eine Nachbarin schilderte in französischen Medien die dramatischen Momente nach der Explosion. Marine Cotta sagte: „Ich konnte die Polizei, Alarme und Feuerwehrwagen hören, und da dachte ich: ‚Okay, irgendetwas ist im Gange.‘“ Auch ein Augenzeuge berichtete von den erschütternden Szenen: Er habe einen „kleinen Jungen“ gesehen, der „blutüberströmt auf dem Boden lag und dem jemand zu helfen versuchte“.
Monaco steht unter Schock
Monacos Staatsminister Christophe Mirmand (64) sprach zunächst von einem „Angriff“, korrigierte seine Wortwahl später jedoch und bezeichnete den Vorfall als „vorsätzliche Explosion“. Er erklärte: „Der Sprengsatz enthielt wahrscheinlich Bolzen und Splitter.“ Weiter sagte er: „Polizeidienste sammeln derzeit Beweise. Meines Wissens ist dies das erste Mal in der Geschichte, dass sich eine solche Tat im Fürstentum ereignet hat.“
Fürst Albert II. reagierte entsetzt und bezeichnete den Vorfall als „abscheuliches Verbrechen“ sowie als „Schock für die gesamte monegassische Gemeinschaft“.