Toulouse (Frankreich) – Fast sechs Jahre nach dem Verschwinden der Französin Delphine Jubillar und neun Monate nach der Verurteilung ihres Ehemannes in einem aufsehenerregenden Mordprozess ist die Leiche der Frau gefunden worden. Die Staatsanwaltschaft von Toulouse erklärte am Sonntag, kürzlich gefundene Knochen hätten durch DNA-Tests der Krankenschwester zugeordnet werden können.
Die damals 33 Jahre alte Delphine Jubillar war im Dezember 2020 im südfranzösischen Dorf Cagnac-les-Mines nahe Albi inmitten einer Ausgangssperre wegen der Corona-Pandemie verschwunden. Ihr Mann Cédric Jubillar meldete sie selbst bei der Polizei als vermisst und erklärte, dass sie sich in einem einvernehmlichen Scheidungsverfahren befänden.
Delphine Jubillar wollte ein neues Leben beginnen
Die Ermittlungen ergaben jedoch, dass das Verhältnis der beiden stark belastet war. Nach Zeugenaussagen hatte Cédric Jubillar mehrfach gedroht, seine Frau zu töten. Diese hatte mit einem anderen Mann ein neues Leben beginnen wollen. Es wurden jedoch keine Spuren eines Gewaltverbrechens gefunden, lediglich die zerbrochene Brille der jungen Frau. Auch eine Leiche konnte nicht gefunden werden.
Ehemann gestand, wo er die Leiche vergraben hatte
Cédric Jubillar wurde trotzdem der Prozess gemacht. Er beteuerte vor Gericht stets seine Unschuld. „Ich habe ihr gar nichts getan“, sagte er noch kurz vor der Urteilsverkündung über die Mutter seiner beiden Kinder. Im vergangenen Oktober wurde der 38-Jährige zu 30 Jahren Haft verurteilt.
Anfang Juli räumte Jubillar dann in einer spektakulären Wendung ein, für den Tod seiner Ehefrau verantwortlich zu sein. Er teilte den Ermittlern auch mit, wo in Frankreich er die Leiche vergraben hatte: auf einem Feld am Rande eines Waldes, rund zehn Kilometer vom Haus der Familie entfernt. Jubillar hat Berufung gegen seine Verurteilung eingelegt. Möglicherweise hofft er auf eine mildere Strafe, wenn er mit den Ermittlern kooperiert.